Gefällt Dir der Artikel? Bitte teile ihn mit Deinen Freunden - danke!

Stoneman Dolomiti – Der italienische Stoneman!

Nachdem ich bereits mehrmals den österreichischen Stoneman Tourista und einmal den deutschen Stoneman Miriquidi gefahren bin, wollte ich diesmal den italienischen Klassiker – den Stoneman Dolomiti – entdecken. Ich teile hier die Erfahrungen und Empfehlungen die ich auf unserer Tour durch die Dolomiten gesammelt habe.

So wie die anderen Stonemans, kann man den Stoneman Dolomiti in 1 Tag (Gold), in 2 Tagen (Silber) oder in 3 Tagen (Bronze) absolvieren. Wie immer, wartet danach ein Stein in der entsprechenden Farbe auf dich! Insgesamt gilt es 4000hm und 120km zu absolvieren. Auf der Strecke gibt es insgesamt 5 Checkpoints. An den Stoneman Checkpoints muss man die Karte, die man bei der Anmeldung erhält, stanzen. Wer alle  5 Löcher (unterschiedliche Symbole) in die Karte gestanzt hat, hat offiziell die Stoneman Dolomiti Strecke absolviert. Alles zur Anmeldung und wo du dein Starterpaket abholen kannst, findest du auf der offiziellen Webseite des Stoneman Dolomiti. 

Unterkünfte und Etappeneinteilung

Wie alle anderen Stonemans, ist der Stoneman Dolomiti ein Rundkurs. Aus Österreich kommend, bietet es sich an, das Stoneman Abenteuer in Sillian zu starten. Sillian liegt ein paar Kilometer vor der italienischen Grenze, somit sind die Hotels hier noch eine Spur günstiger als in Italien. Die Stoneman Strecke kreuzt direkt den Ort, und es gibt eine eigene Stoneman Ausgabestation, das Sillian Hotel Bergland. Das Hotel Bergland hat eine schöne Bar und ein Restaurant. Bequem ist es natürlich auch direkt bei der Ausgabestelle zu wohnen – wir haben allerdings bereits schon das Hotel Gesser zum wiederholten Male gebucht gehabt (das nächste mal ist das Hotel Bergland sicherlich eine Option!). Das Hotel Gesser ist, wie bereits in meinem Bericht vom Kronplatz erwähnt, ein echt nettes, familiäres, sauberes und modernes Hotel zu einem guten Preis! Weitere Nächtigungsmöglichkeiten in Sillian findest du hier.

Von Sillian weg, planen wir ursprünglich den Stoneman an einem Tag (Gold) zu absolvieren. Nachdem die Wettervorhersage für unseren Gold-Tag am späten Nachmittag schwere Gewitter voraussagt, entscheiden wir uns kurzer Hand den ersten Anstieg zur Sillian Hütte auf den Abend des Vortages (=Anreisetag) zu verschieben. Es soll also ein Silberantritt werden – Tag 1 mit dem vorgezogenen Anstieg mit ca. 1300hm, und Tag 2 mit Demut Passage, Rotwandwiese und Marchkinkele und ca. 2700hm. 

Etappe 1: von Sillian zur Sillian Hütte

Von Sillian geht es nach wenigen Metern gleich zur Sache, der Anstieg zur Sillianerhütte auf 2447m! Dabei absolvierst du satte 1300hm am Stück. Die Strecke verläuft zunächst eher unspektakulär über einen Forstweg zur Leckfeldalm auf ca 1900m. Bis hier her geht es relativ gleichmäßig mit einer Steigung von ungefähr 9% angenehm bergauf. 

Nach einem geselligen Stündchen mit dem ausgesprochen Netten Hüttenwirt, nehmen wir die letzten 500hm in Angriff. Die Strecke wird nun spürbar steiler und beginnt mit einer Schiebepassage. 16% Steigung sind dann (vor allem nach einem gemütlichen Bier) doch ein bisschen zu viel. Es eröffnet sich bald ein wunderschönes Bergpanorama. Geschmückt mit den letzten Schneeresten und den dazugehörigen kleinen Schmerzwasser-Seen tauchen wir in eine idyllische Postkartenlandschaft ein. Bis auf die steilen Passagen ist die Strecke nicht schwer zu befahren. Die Sillian Hütte beobachtet unsern Anstieg bereits seit der Leckfeldalm – wir rücken ihr immer näher! Kurz vor unserem Etappen Ziel erreichen wir am Leckfeldsattel (Sella di Confine) den ersten Stoneman Checkpoint auf 2400m der uns mit einem 360° Panorama empfängt. Der heutige Tag ist geschafft. Bei einem reichhaltigen Abendessen und kühlem Bier lassen wir den ersten Tag unserer Reise ausklingen.

Etappe 2: von der Sillian Hütte nach Sillian

Hört sich nicht sehr weit an, ist es auch nicht. Am direkten Weg erreicht man Sillian nach 11km und satten 1000 Tiefenmeter. Wir fahren aber selbstverständlich die Stoneman-Route die gleich zu Beginn über die Demut Passage (Grenzkamm zwischen Österreich und Italien) führt. Die Hüttenwirtin, Viki, ist sehr besorgt da die Demut Passage vielleicht noch nicht passierbar ist (zuviel Schnee). Ein kurzer Anruf bei Roland Stauder bestätigt die freigegebene Strecke, mit dem Hinweis zur Not eine alternative Route nehmen zu müssen. Wir sehen uns noch alle Möglichkeiten auf der Karte an und machen uns auf den Weg.

Nachdem wir wegen der Wettervorhersage nicht zu spät in Sillian ankommen möchten, startet der heutige Tag bereits um 7:20 Uhr. Es ist noch sehr kalt, aber wir sind guter Dinge und freuen uns auf den gemeinsamen Stoneman Tag!

Der Grenzkamm begrüßt uns sofort nach einer kleinen Schiebe-Rampe mit dem ersten Schneefeld. Aber das stört uns (bis jetzt) überhaupt nicht. Die Mischung aus Sonne, Nebel, Schnee und Panorama macht diesen Tag ganz besonders. Nach wenigen Hundert Metern kommen wir zur ersten Tragepassage. Es handelt sich nur um ein kurzes Stück, das wir ohne Schwierigkeiten mit unseren harten Klickpedal Schuhen bewältigen. Danach folgen lässige und einfache Trails über den Kamm bis zum Kriegerfriedhof Schwarzsee. Hier tauchen wir endgültig in italienisches Staatsgebiet ein und verlassen den auf 2500m liegenden Grenzkamm Richtung Süden um den Rotecksattel zu erreichen. Schnee wird uns heute nicht mehr den Tag versauen!

Vom Rotecksattel geht es super-trailig weiter. Die Strecke ist menschenleer, die Sonne scheint und mit den schroffen Bergspitzen der Dolomiten, so wie dem Roteck (3347m), im Augenwinkel, erleben wir eine wunderschöne Trail abfahrt Richtung Casamazzagno. 

Aber zunächst geht es mal, von unzähligen Murmeltieren beobachtet, auf den Passo Silvella wo wir vom nächsten Stoneman Checkpoint empfangen werden. Nach einer kurzen Rast geht es zügig weiter an Col Quaterna (2502), Colle della Crodata (2313m) und Col Rosson (2304m) vorbei bis zum Monte Spina (1967). Hier verlassen wir den genialen Hochland Trail (der übrigens als S2 in Wanderkarten zu finden ist) und fahren, auf einem stellenweise ruppigen Forstweg, in das kleine verschlafene Dorf Casamazzagno.

Von Casamazzagno geht es nun auf Asphalt durch Comelico Superiore und Desoledo (wo wir am Brunnen eine kurze Rast machen und uns umziehen), bevor wir den ersten größeren Ort erreichen: Padola! In Padola finden wir nach kurzer Suche auch den nächsten Stoneman Checkpoint im letzten Winkel am Hauptplatz. Schnell noch die Wasserflaschen aufgefüllt, und schon geht es weiter auf die Rotwand Bergstation auf 1930m.

Zunächst geht es 1-2km im Flachen parallel zur Bundesstraße weiter und verlassen dann den Radweg und zweigen links ab. Der 800hm Anstieg auf die Rotwandwiese beginnt. Die Asphaltstraße mündet bald in eine gute Schotterpiste. Ohne gröbere Anstiege geht es stetig bergauf. Nach ca. 6km erreichen wir den Kreuzbergpass und nach weiteren 5km unser nächstes Ziel: den Stoneman Checkpoint auf der Rotwand Bergstation. Es ist jetzt 13 Uhr, wir sind kanpp 6 Stunden im Sattel und entscheiden uns, unsere Mittagspause auf der Rotwand zu verbringen und zwar auf der Rotwandwiesenhütte. Volle Empfehlung, wir essen und trinken gut und entdecken auch die neu errichteten Rotwandwiesen Chalets – vielleicht eine gute Möglichkeit für eine Zwischenübernachtung für die nächste Tour in der Gegend!

Gut gestärkt geht es nun abwärts Richtung Sexten. Dabei nehmen wir die geschotterte Rodelbahn. Zu Beginn etwas steil und ruppig, wird die Rodelbahn nach und nach immer angenehmer zu befahren. Später entdecke ich auf der Karte den “Standschützen Trail”, ein vorwiegend als Enduro Trail mittlerer Schwierigkeit einzustufender Trail, den man als Alternative zur Rodelbahn nehmen kann. Kommt auf meine Liste für die nächste Stoneman Dolomiti Tour.

In Moos angekommen, geht es nun durch Sexten, entlang des leicht abschüssigen Radwegs, ca. 15km bis Toblach. Diese kurzweilige flache Passage des Stoneman Dolomiti ist der Verbindungsweg zum letzten Kriterium des Tages: dem Marchkinkele mit seinen 2545m. Der Gipfel liegt direkt am Grenzkamm zu Österreich. Im ersten Weltkrieg wurden hier strategische Militäreinrichtungen (Kasernen, Waffen, etc.) stationiert. Aus diesem Grund, führt eine alte Militärstraße bis zum Gipfel des Berges (wo sich eine alte Kaserne befindet die kurzer Hand in ein Schutzhaus umfunktioniert wurde). 

Der letzte Anstieg des Tages beginnt nördlich von Toblach. Nachdem wir den Ortskern durchquert haben und Toblach hinter uns lassen, folgt noch der kleine Ort Wahlen und die Enzianhütte. Danach mündet die asphaltierte Straße in einen geschotterten Güterweg (nach der Schnegga Soge). Der Weg wird nun steiler, unsere Tempo entsprechend langsamer. Hier wird auch meine Garmin Uhr leer und der GPX Track wird abgebrochen (nicht wundern, das Download File ist nicht kaputt!). 

Mit ca. 2200hm in den Beinen, kommen wir bei der Silvester Alm vorbei. Wir entscheiden uns hier eine kurze Rast zu machen um mit Kaffee und Cola die letzten “Körner” zu aktivieren. Schließlich gilt es noch knappe 600hm auf den Marchkinkele zu meistern.

Kurz nach der Silvester Alm wechseln wir für die letzten 600hm auf die alte Militärstraße. Diese schlängelt sich spektakulär über duzende Kehren bis zum Gipfel. Jede Kehre ist für sich ein genialer Aussichtspunkt und ein Foto wert. Ganz so oft bleiben wir aber nicht stehen, aber die kurze Pausen häufen sich.

Endlich am Checkpoint Marchkinkele angekommen, der letzte Checkpoint des Tages! Jetzt sind die Batterien leer und sind froh, dass wir 1000hm bereits am Vorabend abgekurbelt haben. Wir rollen gemütlich ins Tal – dazu gibt es mehrere Varianten. Wir orientieren uns Richtung Sillian, wo uns der Wald auch am Sillianberg (nördlich von Sillian) wieder ausspuckt.

Im Bergland Hotel stoßen wir auf unsere gelungene Tour an und freuen uns auch auf diesem Stoneman offizielle Finisher zu sein!

FAQ zum Stoneman Dolomiti

Wie lang ist der Stoneman Dolomiti?

Die offizielle Runde wird mit ungefähr 115 bis 120 Kilometern angegeben.

Wie viele Höhenmeter hat der Stoneman Dolomiti?

Offiziell sind es rund 4.000 Höhenmeter.

Wie viele Tage hat man für den Stoneman Dolomiti Zeit?

Je nach gewählter Wertung fährt man die Runde in 1, 2 oder 3 Tagen. Mehr als 3 Tage sind für die offizielle Wertung nicht vorgesehen.

Wo kann man den Stoneman Dolomiti gut starten?

Aus meiner Sicht ist Sillian ein sehr praktischer Startpunkt, vor allem wenn du aus Österreich anreist und eine passende Unterkunft suchst.

Ist der Stoneman Dolomiti ausgeschildert?

Ja,  ist die Strecke mit grünen Stoneman-Bodenmarkierungen markiert. Zusätzlich gibt es die Checkpoints zum Abstempeln der Starterkarte.

Fazit Stoneman Dolomiti

Der erste Stoneman Rundkurs, und ich muss auch sagen der vielseitigste! Zum einen hat man klassische  Schotterpisten auf die Rotwandwiesen. Zum anderen atemberaubende Teilstücke wie die Serpentinen auf den Marchkinkele oder die endlos scheinende Demut Passage samt Grenzkamm Trail. Der Anteil an “langweiligen” Passagen ist sehr gering, nur der Übergang zwischen Sexten und Toblach könnte so bezeichnet werden. Die Hüttenbewirtungen waren immer ausgesprochen nett! Besonders ist unsere Nächtigung auf der Sillian Hütte zu erwähnen. Tolle Leute, super Service und umfangreiches Nachtmahl und Frühstück. 

Zusammenfassend eine klare Empfehlung – jeder Mountainbiker sollte diesen Ur-Stoneman einmal gemacht haben. Am besten man verbindet die Reise nach Südtirol mit anderen Highlights wie den Kronplatz Trailpark oder die Sellaronda von denen ich bereits berichtet habe!

 

Neu getestetes Equipment

Erste-Hilfe-Set
Auf alpinen Touren wie dem Stoneman Dolomiti habe ich so etwas inzwischen immer dabei.

Erste Hilfe Set ansehen

Schwalbe Racing Ray
Wenn du dein Bike für lange Touren mit viel Schotter fit machen willst, ist ein passender Vorderreifen ein sinnvoller Punkt auf der Checkliste.

Schwalbe Racing Ray ansehen

Werkzeug-Flasche
Die fand ich für diese Tour besonders praktisch, weil ich das Werkzeug kompakt und klapperfrei verstauen konnte.

Werkzeug-Flasche ansehen

GPX Download Stoneman Dolomiti

Gefällt Dir der Artikel? Bitte teile ihn mit Deinen Freunden - danke!