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Tourbericht

Lesezeit: ca. 8 Minuten

  • Region: Gasteinertal
  • Land: Österreich
  • Distanz: 34.9 km
  • Höhenmeter: 1946 hm

Bike & Hike im Gasteinertal: von Bad Gastein zur Riffelscharte und auf den Bockhart

Diese Tour im Gasteinertal war für mich ein sehr ausgiebiger Tag mit fast 2000 Höhenmetern und einer Mischung, die ich besonders gern mag: erst mit dem Bike ins Tal hinein, dann zu Fuß weiter in hochalpines Gelände. Ich bin in Bad Gastein gestartet und zuerst entspannt auf dem Radweg entlang der Ache nach Böckstein gerollt. Danach wurde der Charakter der Runde schnell alpiner, länger und landschaftlich immer eindrucksvoller.

Was mir an dieser Runde besonders in Erinnerung geblieben ist, war die stetige Steigerung: vom einfachen Einrollen über den Talboden bis hin zum weiten, offenen Talschluss von Sportgastein beziehungsweise Nassfeld. Dazu kam ein sehr schöner Wanderteil mit Gratpassagen, weiten Blicken und einer Rückkehr über die beiden Bockhartseen. Technisch habe ich die Tour als eher einfach empfunden, aber die Länge und die vielen Höhenmeter sollte ich nicht unterschätzen.

  • Tour auf einen Blick
  • Region: Gasteinertal, Österreich
  • Tourtyp: Bike & Hike
  • Start: Bad Gastein
  • Distanz: 34,9 km
  • Höhenmeter: 1946 hm
  • Zielpunkte: Riffelscharte und Bockhart, Rückweg über die Bockhartseen
  • Charakter: technisch eher einfach, aber lang und konditionell fordernd

Durch das Gasteinertal nach Sportgastein, zur Riffelscharte und über den Bockhart zurück

Ich bin in Bad Gastein gestartet und zunächst auf dem Radweg entlang der Ache nach Böckstein gefahren. Dieser erste Abschnitt war für mich ideal, um locker in den Tag zu kommen und den Rhythmus zu finden. Von dort verläuft der Weg weiter nach Sportgastein. In diesem Bereich habe ich das Rad natürlich geschoben da das fahren hier nicht gestattet ist.

Der Weg Richtung Sportgastein hat mir schon auf diesem Abschnitt außergewöhnlich gut gefallen. Ich bin über mehrere Brücken gekommen und an Wasserfällen vorbeigegangen, und mit jedem Höhenmeter wurde die Umgebung eindrucksvoller. Nach ungefähr 500 Höhenmetern öffnet sich dann das Nassfeld, also der eigentliche Name von Sportgastein. Ich finde, das ist einer der schönsten Talschlüsse, die ich kenne. Das Tal wirkt weit, ruhig und zugleich hochalpin, ohne dabei unzugänglich zu sein. Den Radabschnitt kann man auch gemühtlich mit dem öffentlichen Bus bewältigen – achte aber auf die Rückfahrzeiten!

Am Valeriehaus habe ich mein Bike angekettet und mich für den Wandermodus fertig gemacht. Ich habe die Trekking- beziehungsweise Trailschuhe angezogen und die Wanderstöcke vorbereitet. Wenn ich auf solchen Kombitouren länger zu Fuß unterwegs bin, ist für mich genau dieser Wechsel wichtig, weil ich damit auf dem folgenden Anstieg sicherer und entspannter unterwegs bin. Für solche Tage passt bei mir ein leichter 22-Liter-Rucksack gut, weil ich darin die Bike- und Wanderausrüstung ordentlich verstauen kann.

Von dort bin ich zum Niedersachsenhaus aufgestiegen. Für diesen Abschnitt habe ich ungefähr zwei Stunden gebraucht. Der Weg war teilweise steil, insgesamt für mich aber einfach zu gehen und landschaftlich sehr schön. Ich habe die Steilheit vor allem als konditionelle Aufgabe empfunden, nicht als technische. Das ist für mich ein wichtiger Unterschied: Technisch einfach heißt hier, dass keine komplizierten Kletterstellen nötig sind, auch wenn die Anstrengung durch Länge und Höhenmeter trotzdem erheblich ist.

Oben angekommen befinde ich mich praktisch direkt auf der Riffelscharte. Laut offizieller Karte liegt die Riffelscharte auf 2471 Metern, und genau diese Lage macht den Ort für mich so besonders. Ich stehe dort auf einem wunderschönen Grat, also einem schmalen Bergrücken zwischen zwei Talräumen. Auf der einen Seite liegt der Talschluss im Gasteinertal, auf der anderen öffnet sich der Bereich Richtung Rauriser Tal. Dieser Übergang wirkt weit und markant, ohne dass ich dafür einen extrem schwierigen Zustieg gebraucht hätte.

Von der Riffelscharte bin ich am Wanderweg 111 weiter nach Norden Richtung Kolmkarscharte gewandert. Der Weg ist als T3 eingestuft. T3 ist eine Schwierigkeit aus der Wanderskala und bedeutet für mich: schmale Bergwege, teils steileres Gelände und die Notwendigkeit, trittsicher zu sein. Es ist kein Klettersteig, aber ich muss aufmerksam gehen und meine Schritte bewusst setzen. Gerade auf längeren Touren macht das für mich einen großen Unterschied, weil Konzentration und Kondition zusammenkommen.

Nach einem kurzen weiteren Anstieg habe ich den Bockhart auf 2260 Metern erreicht. Dort habe ich eine kurze Rast gemacht. Solche Pausen halte ich auf langen Bike-&-Hike-Tagen bewusst knapp, aber wertvoll. Die Fernblicke haben mich hier besonders beeindruckt, vor allem in Richtung Großglockner. Dazu kommt eine Landschaft, die nicht nur schön, sondern auch historisch spannend ist. In dieser Gegend sind stillgelegte Bergbauspuren deutlich präsent, und im Bereich der Bockhartseen sind auch heute noch Halden aus dem alten Goldbergbau zu erkennen.

Nach der Rast bin ich über den Oberen und den Unteren Bockhartsee zurück Richtung Sportgastein gegangen. Dieser Rückweg hat für mich der Runde noch einmal einen eigenen Charakter gegeben, weil die Seen dem kargen Hochgebirge einen ruhigen Kontrast entgegensetzen. Der Untere Bockhartsee liegt laut offizieller Angabe auf 1872 Metern. Außerdem ist die Gegend für ihren Pflanzenreichtum bekannt. Ich habe die Passage vor allem als landschaftlich sehr abwechslungsreich empfunden: Wasser, offene Hänge und die Spuren der alten Nutzung liegen hier eng beieinander.

Von der Bockhartseehütte ging es dann ziemlich steil nach unten, besonders in der letzten Stunde. Genau dieser Abschnitt hat von mir noch einmal Konzentration verlangt. Ich bin hier bewusst langsam und knieschonend gegangen. Wenn ein Weg über längere Zeit stark abfällt, bringt mir ein ruhiger Schritt oft mehr als Tempo. Die Bockhartseehütte ist zudem eine offizielle Einkehrmöglichkeit in diesem Gebiet, was auf so einer langen Runde durchaus praktisch sein kann, auch wenn ich mich auf dieser Tour vor allem auf mein eigenes Tempo und meine eigene Versorgung eingestellt habe.

Für unterwegs habe ich auf langen Tagen gern etwas Einfaches dabei, das ich ohne große Pause essen kann, zum Beispiel einen Bio Fruchtriegel. Gerade auf einer Tour wie dieser hilft mir das, gleichmäßig zu bleiben, statt erst sehr spät an Essen zu denken. Beim Schuhwerk habe ich für den Hike-Teil auf stabile, griffige Schuhe gesetzt; vom Einsatzbereich her passt so etwas wie der Brooks Cascadia 20 zu solchen langen Zustiegen auf guten Bergwegen.

Unten in Sportgastein habe ich schließlich wieder auf das Bike gewechselt und bin die gleiche Strecke zurück nach Bad Gastein gefahren/geschoben. Nach dem langen Fußteil hat sich diese Rückfahrt fast wie ein Ausrollen angefühlt, auch wenn der Tag zu diesem Zeitpunkt natürlich schon in den Beinen steckt. Genau diese Kombination aus Hinfahrt, Berganstieg, Gratwanderung, Seenrunde und Rückweg macht die Tour für mich so rund. Im Gasteinertal ist das für mich eine der Touren, die nicht mit technischer Schwierigkeit beeindrucken, sondern mit Länge, Landschaft und einem stimmigen Gesamtverlauf.

Wenn ich nach einer passenden Einordnung suche, dann ist diese Runde für mich vor allem etwas für ausdauernde Leute, die einen langen Tag mögen und den Wechsel zwischen Rad und Wandern schätzen. Wer ähnliche Kombinationen spannend findet, findet im Bike & Hike über Schmaranzhütte am Guggenstein oder beim Bike & Hike zum Feuersang weitere Ideen aus dem Gasteinertal. Diese Tour zur Riffelscharte und auf den Bockhart bleibt für mich aber vor allem wegen des weiten Nassfelds, des schönen Grats und der historischen Prägung der Landschaft in Erinnerung.

Falls ich die Runde noch mit einer Unterkunft verbinden wollte, wäre ein Start direkt vor Ort natürlich praktisch, etwa im Hotel Krone Bad Gastein. Für mich stand an diesem Tag aber klar die Tour selbst im Mittelpunkt: ein langer, landschaftlich starker Bike-&-Hike-Tag mit vielen Perspektiven auf das Gasteinertal und einem Rückweg, der trotz Müdigkeit noch einmal richtig Eindruck hinterlassen hat.

FAQ

Wie anspruchsvoll ist die Tour auf Riffelscharte und Bockhart?

Ich habe die Tour technisch eher als einfach empfunden, aber konditionell als fordernd. Die 34,9 Kilometer und 1946 Höhenmeter machen den Tag lang. Dazu kommt mit dem Weg 111 ein als T3 eingestufter Bergweg, auf dem ich trittsicher und aufmerksam gehen muss.

Wo beginnt der Bike- und wo der Hike-Teil?

Ich bin in Bad Gastein gestartet und zuerst mit dem Bike über den Radweg entlang der Ache nach Böckstein und weiter Richtung Sportgastein gefahren beziehungsweise geschoben. Am Valeriehaus habe ich das Rad angekettet und den Wandertteil zur Riffelscharte und weiter auf den Bockhart begonnen.

Was war für mich das landschaftliche Highlight der Tour?

Für mich war das klar die Öffnung des Nassfelds bei Sportgastein, einer der schönsten Talschlüsse, die ich kenne. Dazu kamen der Grat an der Riffelscharte, die Fernblicke Richtung Großglockner und der Rückweg über den Oberen und Unteren Bockhartsee.

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