Heute erzähle ich euch von meinem kurzen Ausflug auf den Kronplatz!
Der Kronplatz ist ein 2275 Meter hoher Berg am nördlichen Rande der Dolomiten in Südtirol und liegt in etwa 45 Minuten von der österreichischen Grenze (Sillian) entfernt. Er gilt als Hausberg von Bruneck und zählt zu den bekanntesten Schigebieten in der Region.
Soweit so gut. Was viele nicht wissen: der Berg wird auch im Sommer ausgiebig genutzt – vor allem als Downhill Paradies! Die Südtiroler haben hier einige sehr geniale Trails in der Boden gezaubert. Ich hatte einen Tag Zeit um mir diese Trails mal genauer mit meinem TREK Supercaliber anzusehen!
Anreise zum Kronplatz und Hotels
Wie schon angemerkt, ich bin über Sillian nach Bruneck gefahren, nachdem ich einerseits aus Ostösterreich komme, und zum anderen den Bikepark Ausflug auf den Kronplatz mit einer Tour auf und um den Machkinkele habe. Wenn du von Westösterreich oder aus Deutschland anreist, macht es wahrscheinlich mehr Sinn über den Brenner und Sterzing anzureisen, aber das wir dir sicher dein Navi genau erklären.
Es gibt natürlich unzählige Hotels in der Umgebung, ich habe mich auf den Ort Olang fokussiert – warum erzähle ich gleich. Meine Empfehlungen für deine Nächtigung sind zum einen das Kronplatz Appartment, hier hat man ein geräumiges Apartment zu einem halbwegs fairen Preis (2 Nächte Nebensaison kosteten 2023 ca. 350 Euro), Frühstück kann man sich dazu buchen. Und zum anderen das ROUDA Kronplatz. Etwa die selbe Preisklasse. Zimmer sind kleiner, aber alles top modern eingerichtet und schön (allerdings kann das Frühstück nicht dazu gebucht werden)!
Ich möchte an dieser Stelle wieder erwähnen, dass Sillian eine ausgesprochen günstige Alternative als Ausgangspunkt für einen Ausflug am Kronplatz ist. Hier ist mein Stammhotel das Hotel Gesser. Du bezahlst hier nur einen Bruchteil der italienischen Preise, die Zimmer sind schön und sauber, Frühstück (und Halbpension) spitze und der Wirt ein sympathischer und sehr engagierter Mann! Zum Kronplatz sind es von hier ca. 45 Minuten (Sillian ist aber auch für unzählige andere Mountainbike Highlights in der Region ein toller Ausgangspunkt – zB Stoneman Dolomiti).
Ich habe 2023 für das Tagesticket 45 Euro bezahlt, also für italienische Verhältnisse relativ günstig (Sella Tages Ticket, also die Dolomiti Spersummer Card, kostet im Vergleich 56 Euro).
Die Olanger Seilbahn führt direkt zum Gipfel des Kronplatz und ist eine von 4 Gipfelbahnen:
Warum ich die Olanger Seilbahn als Startpunkt empfehle:
- Kürzeste Anreise wenn man von Osten kommt
- Relativ wenig los, also immer Parkplätze verfügbar
- Es gibt auch eine Bahnstation im Ort
- Die leichtesten Trails des Berges (Dragon und Gassl Trail) führen hier herunter, das heißt wenn die roten und schwarzen Trails an diesem Tag zu schwer sind, kann man ohne Sorgen die östlichen flacheren Hänge genießen.
Auch im Winter ist die Olanger Seite des Berges die einfachste mit einer blauen Familienabfahrt. Die anderen Seiten des Berges sind steiler und im Winter als schwarze Pisten gekennzeichnet. Also parke lieber auf dieser Seite. Die schweren Trails sind dann gut erreichbar aber kein Muss.
Neue Teile
Zum Einen, habe ich mir neue Lichter geleistet! Nach langem Suchen wurden es diese Sigma Nuggets Aura 80. Sie sind ein Kompromiss zwischen Preis und Gewicht. Ähnlich wie beim Bike selbst, werden die Dinger immer teurer je leichter sie sind. Die Sigma Nuggets sind mit ca. 200g relativ leicht, via USB zu laden und haben eine extreme Leuchtweite um die Straße / den Weg perfekt auszuleuchten. Nachdem in italienischen Tunneln die Beleuchtungspflicht für Mountainbikes streng kontrolliert wird, habe ich mir diese Neuerung geleistet ;-). Natürlich für den Trailpark nicht notwendig, aber ich hatte an diesem Wochenende auch Touren die teilweise durch Tunnels verlaufen auf dem Programm.

Und zum Anderen hatte ich meine neuen Knieschoner, die Racing Fox Herren Launch Pro D3O, im Einsatz. Meine alten Schoner haben gute Dienste geleistet sind aber nach 5 Jahren schon derart abgenutzt, dass teilweise spitze Hartplastikteile aus den Schonern rausragen und es bereits gefährlicher ist mit ihnen zu fahren als ohne. Ich habe mich für die Fox D30 entschieden weil der verarbeitete Stoff feuchtigkeitsableitend und atmungsaktiv ist und nicht so schnell “angeschwitzt” wird. Außerdem kann man die Hartschale versetzen und genau auf seine eigenen Bedürfnisse einstellen. Mir war wichtig die Dinger einen ganzen Tag tragen zu können, ohne reibstellen zu bekommen und ohne die Schoner alle 30 Minuten wieder an die richtige Stelle ziehen zu müssen.
Die Trails am Kronplatz
Insgesamt findet man (stand 2023) 18 Trails auf der Trail Map. Beim genaueren Hinschauen, wirst du feststellen dass ein Trail davon auf einem anderen Berg ist (Piz de Plaies) und 13 Trail “nur” Varianten der “Hauptrouten” sind. Diese Haupt-Trails oder Maintrails, sind zum einen der Dragon Trail (blau) und Gassl Trail (rot) die zusammen die Abfahrt nach Olang bilden. Dann Richtung Westen der Furcia Trail (rot/schwarz) und Richtung Norden der bekannteste Trail, der Herrnsteig Trail (rot/schwarz). In meinem Erfahrungsbericht werde ich mich auf diese 3 Trails konzentrieren, die alle samt in eine Gondel Talstation münden – die Bergstationen der Gondelbahnen sind alle am Gipfel-Plateau. Die Variationen sind von rot bis tief-schwarz gekennzeichnet (die 4 schwersten Varianten sind dabei Christian, Andreas, Franz und Korer Trail mit unausweichlichen Sprüngen und anspruchsvollen Wurzel-Passagen). Die offizielle Kronplatz Trail Map findest du hier!
Dragon Trail
Der Dragon Trail ist der einzige als “blau” gekennzeichnete Trail auf dem Kronplatz. Die Einfahrt in den Trail ist sehr liebevoll gestaltet – man fährt durch das Maul des Drachens!
Der Dragon Trail ist ein typischer blauer Flowtrail aus groben Naturbelag gebaut. Nach ein paar Kurven mit toller Aussicht erreicht man einen Wasserspeicher Teich dem man über einen netten Steg überquert. Aber man sollte leise sein, damit man den Drachen der den Teich bewohnt nicht weckt ;-). Die schwierigsten Schlüsselstellen sind sicherlich die Weidegitter, nach dem Teich kommt ein wirklich steiles Gitter das man überqueren muss (umfahren geht nicht). Danach ist der Trail auch schon wieder nach ca. 200hm und 2,2km absolviert – er mündet direkt in den Gassl Trail!
Gassl Trail
Schon langsam wird es interessanter! Der als “rot” markierte Trail macht schon viel mehr Spaß als die Aufwärmfahrt über den Dragon Trail.
Mit einer Länge von ca 6,4km und 914 Tiefenmetern , ist der Gassl Trail nach dem Herrensteig, der zwei-längste Trail im Bikepark. Es erwarten dich hier keine größeren Herausforderungen. Schöne Anlieger Kurven mit viel Speed, verträumte flachere Waldabschnitte mit teilweise sehr langen Holzstegen und vereinzelt Wurzelkombinationen. Alles in allen ist der Gassl Trail wunderschön zu befahren. Ist er für dich auch kein Problem, dann ab zum Gipfel (mit der Olanger Seilbahn) und den Schwierigkeitsgrad eine Stufe höher schalten – das machst du am Besten am Furcia Trail der den westlichen Berghang (also genau gegenüber)!
Furcia Trail
Wie schon erwähnt, ist der Furcia Trail eine Stufe über den Gassl Trail zu stellen. In der Trail-Map ist er als schwarz-rot gekennzeichnet. Der Trail ist mit 4,7km und ca. 520 Tiefenmeter kürzer als der Gassl Trail, dafür erwartet dich eine Variation, die Crazy Bunny Line (ist aber nur ein Abstecher von 500 Metern und mündet dann wieder im Furcia Trail).
Zunächst startet der Furcia Richtung Westen in den steilen Pistenhang. Hier haben die Trail-Bauer wieder feine Anlieger gebaut. Zusammen mit der wirklich fantastischen Aussicht auf die Stubaier Gletscher, allen voran dem Zuckerhütl, ist diese Abfahrt kaum an Attraktivität zu überbieten.
Nach ungefähr 200 Tiefenmeter gelangt man an den Rechts-Abzweiger zur Crazy Bunny Line – das nehme ich mir für die zweite Abfahrt vor – zuerst möchte ich den Furcia Trail begutachten. Es geht dann noch eine flowige Weile weiter auf der Schipiste, bevor ich vom dichten Wald verschluckt werde. Die Anlieger werden hier wirklich steil und man muss da mit einer schönen Geschwindigkeit rein, weil man sonst herunter purzelt. Zwischen dem ganzen Flow sind immer wieder Wurzel-Passagen, steilere Felskombinationen und Naturtrail-Abschnitte – einfach fein!
Im letzten Abschnitt warten noch ein paar Stufen auf dich! Die kann man sehr gut und guter Geschwindigkeit bewältigen, im Zweifel kannst du aber auch daneben die schmale Rinne vom Weg runter fahren.
Der Trail endet bei der Talstadion der Ruis Gondel die dich wieder aufs Gipfel-Plattau des Kronplatz bringt! Wenn dir der Furcia Trail Spaß gemacht hat – dann bist du bereit für den Herrnsteig!
Der Herrnsteig Trail
Die Hauptattraktion des Kronplatz! Der Herrnsteig, am steilen Nordhang des Berges gelegen, zählt mit seinen 8,1km und ca. 1350 Tiefenmetern zu den Längeren seiner Art. Ganze 7 Varianten zweigen vom Herrnsteig ab und münden nach wenigen 100 Meter wieder in ihn zurück. Auf der Karte ist der Herrnsteig so wie sein kleiner Bruder der Furcia Trail als rot/schwarz gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Furcia Trail allerdings mit ca. 50% schwarz Anteil.
So wie beim Furcia, ist der erste Abschnitt ein Genuss aus Aussicht und Trail-Spaß – sicher, ich hatte wunderschönes Wetter – aber das was man hier erlebt ist Mountainbiken zwischen Himmel und Erde. Echt genial!
Bis jetzt alles einfach zu fahren und zu genießen. Bald kommt man dann in bewaldete Abschnitte wo einerseits viel Naturbelassenes aber andererseits mächtige Kurven in den Wald gebaut wurden, und ich habe schon einiges gesehen – diese Anlieger sind nochmals steiler als am Furcia Trail.
Dazu kommen steile Stufen, sowohl in den Flowtrail-Bereichen als auch auf waldigem Untergrund, mit denen man eigentlich nicht rechnet – das macht es nochmal prickelnder. Eine Wurzelkombi, 2m, fast senkrecht, ist sicherlich die größte Herausforderung. Normalerweise zögere ich bei solchen Stellen und sehe mir das genau an bevor ich es dann bleiben lasse – aber diesmal war ich so im flow, dass ich einfach “drüber flog” – atemberaubend.
Die Holz-Drops empfehle ich zu besichtigen bevor du dich drüber traust. Manche sind mit einer sehr ruppigen Landung verbunden. Aber zusammengefasst sind die schwarzen Elemente des Trails entweder umfahrbar, oder schiebbar – jedenfalls kein Grund um den Rest von dem Spaß auszulassen!
Bikepark Kronplatz – Zusammenfassung
Absolute Empfehlung! Du erlebst am Kronplatz einen Bikepark in dem 3 hochkarätige Trails von einem Berg hinunter gehen. Du musst nicht zu einem anderen Lift pendeln und auf einen anderen Berg hoch – alles ist sehr konzentriert auf genau einem Berg!
Abgesehen davon sind die Trails wirklich genial gebaut. Die Kombinationen, Sprünge und vor allem die Kurven lassen jedes Downhiller- und Mountainbiker Herz höher schlagen! Jeder Trail kombiniert Elemente aus verschiedensten Bereichen. Zuerst flowig, dann wieder Enduro, einmal präpariert, dann wieder Waldboden – einfach lässig!
Also wenn du in Südtirol bist, solltest du wirklich einen Tag (zumindest einen halben Tag) am Kronplatz einplanen – das musst du gesehen haben!




































