Trailpark Klinovec in Tschechien: Lohnt sich der Bikepark nahe Oberwiesenthal?
Zugegeben: Für einen Tagesausflug ist der Trailpark Klinovec in Tschechien für die meisten nur bedingt geeignet. Wenn man aber in der Gegend ist oder auf der Durchreise, dann lohnt sich ein Zwischenstopp im Bikepark Klinovec auf jeden Fall.
Der Trailpark liegt in Tschechien nahe der deutschen Grenze im Erzgebirge. Der bekannteste Ort in der Umgebung ist sicherlich Oberwiesenthal mit dem Fichtelberg. Hier werden im Winter Schispringen-Bewerbe ausgetragen. Überhaupt ist die Region eher als Wintersportgebiet bekannt. Im Sommer tummeln sich hier vermehrt Reisebusgruppen und Kurgäste in den Orten und den umliegenden Bergen. Seit Neuestem trifft man hier aber auch den einen oder anderen Downhill-Liebhaber oder Stoneman-Fahrer an ;-).

Wir waren auf dem Weg nach Sachsen, genauer gesagt nach Oberwiesenthal, um dort den Stoneman Miriquidi zu starten. Dafür verbrachten wir 2 Nächte im Ahorn Hotel am Fichtelberg. Den Tag davor wollten wir es eher sachte angehen lassen – also am besten in einem liftunterstützten Trailpark wie Klinovec.
Das Ticket für den Sessellift kostete 2022 650 Kronen, also etwa 28 Euro. Man bekommt, so wie bei uns, eine Plastikkarte, mit der man durch das Drehkreuz kommt.

Überblick: Die Trails im Trailpark Klinovec
Nach ein paar Minuten im 4er-Lift überwindet man ungefähr 300 Höhenmeter bis zum Gipfel des Klinovec auf 1244 Metern. Oben gibt es ebenfalls einen Parkplatz, man kann also auch mit dem Auto hinauffahren. Außerdem stehen dort eine Aussichtswarte, ein kleines Gasthaus – ich empfehle die Bohnensuppe 😉 – und ein Checkpoint vom Stoneman Miriquidi.

Blauer Trail Azur
Der blaue Azur-Trail würde bei uns in den meisten Parks wahrscheinlich eher als grüner Trail durchgehen. Es ist eine wirklich sehr einfache Familienabfahrt. Das Gefälle ist gering, steilere oder enge Kurven gibt es kaum.
Wie auch die anderen Strecken ist der Trail in einem spitzen Zustand und auf Sandpiste präpariert. Auf dem Azur-Trail kann man richtig gut die Wälder und Wiesen genießen. Für den Einstieg in unseren Klinovec-Ausflug hat das definitiv gute Laune gemacht. Einmal den Blauen runter war für mich dann aber auch genug.

Roter Trail Rubin
Der Rubin ist ein schön präparierter Flow-Trail mit Anlegern, Sprüngen und allem, was dazugehört. Bei uns würde er wohl eher als blauer Trail eingestuft werden, weil keine ernsthaften Schwierigkeiten eingebaut wurden.
Im letzten Drittel kreuzt der rote Trail den schwarzen Baron Trail. Dort kann man wechseln. Alles in allem ist das eine lässige und einfache Abfahrt. Ich denke: Wer den Stoneman Miriquidi fährt und überlegt, ob Azur oder Rubin die bessere Wahl ist, kann ohne Weiteres den roten Rubin-Trail nehmen. Technisch ist er nicht schwer und er macht richtig Spaß.
Schwarzer Baron Trail
Als ich hier zum ersten Mal hinuntergefahren bin, hatte ich schon etwas Ehrfurcht. Schwarze Trails kenne ich sonst eher aus Österreich. In Saalbach zum Beispiel sind diese oft ziemlich anspruchsvoll und für mich stellenweise nicht befahrbar – das liegt an meinem technischen Unvermögen, an der Angst, mich ernsthaft zu verletzen, und an zu wenig Verrücktheit.
Deshalb bin ich anfangs sehr vorsichtig hineingefahren. Diese Vorsicht war aber völlig übertrieben. Der Baron Trail wurde sofort zu meinem Lieblingstrail im Park und ich bin den restlichen Tag fast nur noch dort hinuntergefahren.
Grundsätzlich würde ich den Trail eher als roten Trail einstufen. Es wechseln sich präparierte Kurven und Sprünge mit Wurzelpassagen und ein paar Stufenpassagen ab. Über die gesamte Distanz kann man das Bike sehr gut laufen lassen und – wenn die Fingerspitzen warm sind – bis zur Talstation durchfahren.

Downhill Klinovec Trail
Der vierte und schwierigste Trail am Klinovec ist der Downhill-Trail in Orange. Leider war dieser bei unserem Besuch offiziell auf der gesamten Länge gesperrt, da neue Wasserleitungen für den Kunstschnee im Winter verlegt wurden. Kurze Abschnitte konnte man allerdings trotzdem fahren, und auch vom Sessellift aus gab es ein paar Einblicke.
Hier handelt es sich um einen echten schwarzen Trail, der grundsätzlich auf schmalen Pfaden am Waldboden verläuft. Enge Kurven, Wurzelkombinationen im steilen Gelände und seitlich abschüssige Hänge verlangen schon einiges ab.
Ich würde aber behaupten, dass es sich um einen der technisch einfacheren schwarzen Trails handelt und dass er für viele durchaus einen Versuch wert ist. Das Schöne daran: Es gibt unzählige Stellen zum Einsteigen, aber auch zum Aussteigen. Drei Forstwege kreuzen den Trail und bringen dich wieder zurück zu den einfacheren Strecken. Zur Not kommt man also gut heraus und muss das Bike nicht hinauf- oder hinuntertragen.
Mein Fazit zum Trailpark Klinovec
Ich war ehrlich überrascht, in welchem guten Zustand sich die Trails befinden. Alles ist sehr gut markiert und einfach zu verstehen, auch wenn man der Landessprache nicht mächtig ist. Der Lift ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, fühlte sich für mich aber sicher an. Der Preis ist ebenfalls vertretbar.
Mein Fazit zum Trailpark Klinovec in Tschechien: Wenn man in der Gegend ist, sollte man hier auf jeden Fall einen halben Tag einplanen. Es macht wirklich Spaß.
Essen würde ich bei der Bergstation im Gasthaus. Dort gibt es gute traditionelle Küche zu fairen Preisen. Bei der Talstation gibt es eine kleine Snackbar, die wir allerdings nicht ausprobiert haben. Ebenfalls bei der Talstation befinden sich WC-Anlagen und die Möglichkeit, sein Bike zu reinigen – sogar mit Hochdruck.
Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Webseite des Trailparks Klinovec. Wenn du in der Region noch mehr fahren willst, ist vielleicht auch der Fichtelberg interessant.
FAQ zum Trailpark Klinovec
Wo liegt der Trailpark Klinovec?
Der Trailpark Klinovec liegt in Tschechien nahe der deutschen Grenze im Erzgebirge, unweit von Oberwiesenthal und dem Fichtelberg.
Für wen eignet sich der Trailpark Klinovec?
Der Park eignet sich für ein breites Publikum. Mit dem Azur-Trail gibt es eine sehr einfache Familienabfahrt. Rubin und Baron machen auch Fahrern Spaß, die flowige Trails mögen, ohne extrem technisch unterwegs zu sein. Der orange Downhill-Trail ist die schwierigste Strecke im Park.
Wie teuer ist der Lift im Bikepark Klinovec?
Das Ticket für den Sessellift kostete bei unserem Besuch im Jahr 2022 650 Kronen, also ungefähr 28 Euro.
Gibt es Verpflegung und Infrastruktur vor Ort?
Ja. Bei der Bergstation gibt es ein Gasthaus, bei der Talstation eine kleine Snackbar. Außerdem findest du unten WC-Anlagen und eine Bike-Reinigung mit Hochdruck.





