Strudelkopf – Tourbericht
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Strudelkopf Tour Bericht mit allen wichtigen Eindrücken und Tipps.
Tourdaten im Überblick
- Region: Südtirol
- Land: Italien
- Distanz: 24.3 km
- Höhenmeter: 1094 hm
- Fahrzeit: 4h
- Schwierigkeit: Schwer
Ausflug auf den Strudelkopf – Monte Specie
Den Strudelkopf hatte ich mir als kurzen, aber fordernden Halbtagesausflug vorgenommen, weil ich ohnehin in der Nähe war. Für so einen Lückenfüller war die Runde perfekt: nicht lang, aber mit genug Höhenmetern und mit einem landschaftlich starken Ziel. Ich war wieder mit meinem guten Freund Markus unterwegs, und schon deshalb war klar, dass das keine hektische Trainingsrunde, sondern eine intensive Tour mit viel Schauen, ein paar zähen Metern und einer ordentlichen Portion Dolomitenpanorama werden würde.
Mit dem Auto fuhren wir bis zum Parkplatz „Im Gemärk“ in der Nähe des bekannten Dolomitenblicks. Von dort startete unsere Rundtour und führte uns zunächst unspektakulär, dann immer spannender Richtung Gipfel. Insgesamt standen 24,3 Kilometer, 1094 Höhenmeter und etwa vier Stunden Fahrzeit auf dem Plan. Die Runde ist für mich klar als schwer einzustufen, auch wenn sie am Anfang erstaunlich entspannt beginnt.
Tour auf einen Blick
- Region: Südtirol, Italien
- Tourtyp: Rundtour MTB
- Distanz: 24,3 km
- Höhenmeter: 1094 hm
- Fahrzeit: 4 h
- Schwierigkeit: Schwer
- Start: Parkplatz „Im Gemärk“
- Zielpunkt: Strudelkopf / Monte Specie
Vom Parkplatz Im Gemärk auf den Strudelkopf und über die Plätzwiese zurück
Direkt zu Beginn rollten wir rund vier Kilometer auf einem flachen Waldradweg ein, der parallel zur Straße bis zum Parkplatz Schluderbach verläuft. Das war ideal, um locker in den Tag zu finden. Ich mag solche ersten Kilometer, weil ich dabei Rhythmus aufnehmen kann, ohne sofort unter Druck zu geraten. Auch wenn das Ziel anspruchsvoll war, fühlte sich der Start fast gemütlich an.
Ab Schluderbach begann dann der eigentliche Aufstieg zum Strudelkopf. Zunächst fuhren wir auf einer alten Militärstraße bergauf. Solche Wege gibt es in Südtirol oft, und gerade zum Einrollen finde ich sie angenehm, weil die Steigung meist moderat bleibt und man sauber treten kann. In dieser Gegend prägen die historischen Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg das Gelände bis heute, und genau so ein Weg brachte mich hier Stück für Stück höher.
Der Anstieg auf dieser Trasse war sanft genug, um nicht sofort Körner zu kosten, und gleichzeitig landschaftlich richtig stark. Während ich bergauf fuhr, hatte ich immer wieder freie Sicht auf die Zinnen und weitere große Felsgestalten der Dolomiten. Gerade diese Mischung aus gut fahrbarem Untergrund und weitem Blick macht für mich einen großen Teil des Reizes aus. Wer Südtirol auf dem MTB mag, findet ähnliche große Bergkulissen auch beim Stoneman Dolomiti – MTB Klassiker in Südtirol, auch wenn diese Runde hier deutlich seriöser ist.
Über die Militärstraße erreichte ich die Plätzwiese auf 1993 Metern, italienisch Prato Piazza. Das Hochplateau ist weit bekannt, und ich konnte gut nachvollziehen, warum. Die Landschaft öffnet sich, und die gesamte Tour bekommt dort oben einen ganz eigenen Charakter. Von hier aus wird der Weg alpiner. Der weitere Zugang Richtung Gipfel führt im Gebiet der Plätzwiese über markierte Wanderwege und liegt in einer Landschaft, die stark vom Dolomitenpanorama geprägt ist.
Nach der Plätzwiese wechselte die Tour vom breiteren Fahrweg auf Wanderweg. Anfangs ließ sich dieser Abschnitt noch gut fahren. Die Steigung war für mich erträglich, und auch der Untergrund war noch so, dass ich im Sattel bleiben konnte. Bis zum Strudelkopfsattel auf etwa 2200 Metern kam ich deshalb ordentlich voran. Trotzdem merkte ich schon dort, dass die Leichtigkeit des unteren Teils allmählich endete.
Ab dem Sattel wurde es deutlich rauer. Der Untergrund war grob und scharfkantig, und genau das machte die letzten Meter zum Gipfel extrem schwer. Ich spreche hier bewusst von schwer und nicht nur von technisch anspruchsvoll. Technisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ich Linie, Balance und Tempo sehr genau wählen muss. Auf den letzten Metern kam zur ohnehin schwierigen Oberfläche auch noch eine fiese Steigung dazu. Das war eine Kombination, bei der ich wirklich arbeiten musste.
Oben am Gipfel des Strudelkopf war ich dann froh, es geschafft zu haben. Der Berg ist mit 2307 Metern ein bekannter Aussichtspunkt, und genau das merkte ich sofort: Es war ziemlich viel los. Der Gipfel ist ein beliebtes Ziel bei Wanderern, vor allem weil viele ihn auch von der anderen Seite her erreichen. Mich stört so etwas nicht grundsätzlich, aber nach einem anstrengenden Schlussanstieg ist ein ruhiger Gipfelmoment natürlich immer besonders schön. Trotzdem war ich einfach zufrieden, dort oben zu stehen.
Die Aussicht war den Aufwand absolut wert. Ich musste gar nicht lange nach Argumenten suchen, warum diese Tour in Erinnerung bleibt. Rund um mich standen markante Dolomitengipfel im Blickfeld, und gerade diese Felskulisse gibt dem Ganzen einen besonderen Charakter. Für mich war das kein Gipfel, auf dem ich lange große Worte machen musste. Es reichte, kurz durchzuatmen, das Rad abzustellen und die Weite zu genießen.
Die Abfahrt begann zunächst auf demselben Weg zurück. Auch bergab war dieser Abschnitt fordernd. Das wird bei solchen Touren leicht unterschätzt: Was bergauf schon mühsam ist, verlangt bergab oft noch mehr Konzentration. Die scharfkantigen Steine und die grobe Oberfläche lassen kaum zu, einfach laufen zu lassen. Ich musste sauber fahren, immer wieder dosieren und aufmerksam bleiben. Genau deshalb würde ich die Runde niemandem als einfache Panoramatour verkaufen. Oder man nimmt in Kauf die eine oder andere Passage zu schieben.
Am Strudelkopfsattel bog ich dann rechts Richtung Almhütte Plätzwiese ab. Dort legten Markus und ich eine Einkehr ein und stärkten uns mit selbst produziertem Käse und Speck. Nach dem fordernden Gipfelstück war das genau der richtige Moment dafür. Die Almhütte stand nicht auf der Agenda, aber solche ungeplanten Pausen sind umso schöner wenn sie sich aus dem Tourenverlauf ganz natürlich ergeben. Für eine Halbtagestour brauchte ich außerdem nicht viel Ausrüstung. An diesem Tag reichte ein kleiner Tagesrucksack Fahrradrucksack mit 12 Litern für mich völlig aus, vor allem wenn ich Werkzeug in einer Satteltasche verstaue.
Zurück zum Auto fuhr ich über den 18er Wanderweg. Dieser Weg ist mit T2 beschrieben. T2 ist eine Schwierigkeitsskala für Bergwege und steht grob für einen einfachen Bergwanderweg, auf dem Trittsicherheit trotzdem wichtig bleibt. Für mich war der Weg landschaftlich sehr stark, mit tollen Blicken und viel Abwechslung. Gleichzeitig war schnell klar, dass er nicht durchgehend fahrbar sein würde.
Einige Stufen waren so hoch, dass ich etwa 150 Höhenmeter eher tragen als fahren musste. Genau das gehört für mich bei schweren MTB-Runden in den Bergen manchmal dazu, auch wenn ich natürlich lieber im Sattel bleibe. Ich finde es wichtig, das klar zu sagen: Wer hier nur an flüssige Trailmeter denkt, wird an diesem Abschnitt nicht ganz glücklich. Wer aber eine alpine Rundtour mit Charakter sucht, bekommt genau das, was die Strecke verspricht.
Nach den steileren und unfahrbaren Passagen wurde der Weg wieder angenehmer. Ich fuhr recht schön an einem Bach entlang und ließ die Tour entspannt ausklingen. Dieser letzte Teil fühlte sich nach den harten Gipfelmetern fast schon versöhnlich an. Schließlich erreichte ich wieder die Bundesstraße beim Parkplatz „Im Gemärk“, wo sich die Runde schloss. Gerade dieser abwechslungsreiche Charakter blieb mir im Kopf: lockeres Einrollen, angenehmer Anstieg, harter Gipfelpush, fordernde Abfahrt und ein Rückweg mit Tragepassagen.
Für mich war der Strudelkopf als Halbtagesfüller eine richtig gute Wahl. Die Tour ist nicht übermäßig lang, aber sie hat genug Substanz, um im Gedächtnis zu bleiben. Besonders gefallen haben mir der stetige Aufbau der Runde und die starken Ausblicke auf die Dolomiten. Gleichzeitig ist es keine Tour, die ich jedem uneingeschränkt empfehlen würde. Wer mit grobem Untergrund, kurzen sehr schweren Passagen und etwas Tragen leben kann, bekommt hier eine kompakte, ehrliche und landschaftlich eindrucksvolle Runde ohne viel Betrieb in Südtirol.
FAQ zum Strudelkopf
Ist die MTB-Tour auf den Strudelkopf komplett fahrbar?
Nein, für mich war sie nicht komplett fahrbar. Vor allem die letzten Meter ab dem Strudelkopfsattel waren wegen grobem, scharfkantigem Untergrund und zusätzlicher Steigung extrem schwer. Vor allem auf dem Rückweg über den 18er Wanderweg musste ich etwa 150 Höhenmeter tragen.
Wie schwer ist die Runde auf den Strudelkopf wirklich?
Ich stufe die Tour klar als schwer ein. Die Länge von 24,3 Kilometern wirkt zunächst moderat, aber 1094 Höhenmeter, der technische Schlussanstieg und die anspruchsvollen Abfahrts- und Tragepassagen (S3) machen die Runde deutlich fordernder, als es die reine Distanz vermuten lässt. Wenn man auf den Wanderweg 18 verzichtet und die selbe Strecke zurück fährt erleichtert man die Runde signifikant.
Lohnt sich der Strudelkopf als Halbtagesausflug mit dem Mountainbike?
Ja, für mich hat sich das klar gelohnt. Gerade wenn ich in der Nähe bin und keine Ganztagestour suche, ist die Runde ein starker Halbtagesausflug. Ich bekomme eine abwechslungsreiche Streckenführung, eine Einkehrmöglichkeit an der Plätzwiese und vor allem beeindruckende Blicke in die Dolomiten.










