Der Stoneman Miriquidi ist der deutsche Beitrag zu der beliebten Stoneman Mountainbike Challenge die es bereits in mehreren Ländern gibt. Miriquidi wurde im Spätmittelalter das Erzgebirge im heutigen Grenzland zwischen Deutschland und Tschechien genannt. Der Name dieses Stoneman-Abenteuers könnte also treffender nicht sein!
Ich berichte von meinen Erfahrungen die ich aus dem Erzgebirge, dem Miriquidi, mitgenommen habe. Ich habe das Kartenmaterial aufbereitet und du kannst dir gerne die GPX Strecke meiner 2 tägigen Fahrt runterladen. Außerdem erfährst du alles über den Stoneman (es gibt ja Gold, Silber und Bronze), Empfehlungen zu deinen Übernachtungen und wie du dich am besten auf den Stoneman Miriquidi vorbereitest.
Die Stoneman Miriquidi Strecke

So wie bei allen anderen Stonemans, gilt es alle Checkpoints abzufahren. Im Falle des Miriquidi’s sind es derzeit 10 Checkpoints. An diesen 10 Checkpoints musst du deine Karte stanzen – nur mit komplett gestanzter Karte wird deine Stoneman Fahrt als erfolgreich gewertet. Es erinnert ein wenig an die Wandernadel die man bei ausreichender Anzahl an Hüttenstempel am Gemeindeamt erhält. Ist aber nach wie vor ein ausgezeichneter Motivator, da man sich diese Tour vielleicht sonst nicht zumuten würde.
Insgesamt sind 173km und 4.400hm zu bezwingen. Dabei erstürmt man 9 Gipfel im Erzgebirge. Wobei man das Wort Gipfel vielleicht noch präzisieren muss: alle Gipfel sind zwischen 900m und 1250m Seehöhe. In der Regel befindet sich auf diesen Gipfeln entweder ein Aussichtsturm, ein Restaurant oder eine große Antenne. Die Berge ragen im Erzgebirge sanft aus der Landschaft heraus – du wirst jedoch staunen wie grausam so mancher Anstieg auf dieser Tour sein wird – nicht lange – aber intensiv!
Du kannst den Stoneman Miriquidi in einem Tag (Gold), in 2 Tagen (Silber), oder in 3 Tagen (Bronze) absolvieren. Wir (mein guter Freund Markus ist wieder dabei) haben uns für die silberne Variante entschieden und den Stoneman Miriquidi in 2 Etappen aufgeteilt.
Bevor ich nun mit meinem Erfahrungsbericht beginne, noch 2-3 Dinge zur Vorbereitung und Anreise.
Wie komme ich am besten zum Stoneman Miriquidi?
Wir sind in Oberwiesenthal in den Miriquidi eingestiegen. Von Ostösterreich kommst du am besten über die A5 zur tschechischen Grenze, dann weiter auf der 52er nach Brünn. Von dort auf die Autobahn E50 bis Prag und von dann auf der Straße 7 (die teilweise sehr gut ausgebaut ist) bis zur deutschen Grenze. Dort fährst du noch ein kurzes Stück Landstraße 95 und bist nach ungefähr 5 Stunden und 30 Minuten in Oberwiesenthal. Vergiss nicht eine Vignette für die tschechische Autobahn zu kaufen! Das geht alles online bei dem tschechischen Autobahnbetreiber. Im Regelfall sollte eine 10 Tages Vignette reichen (für weniger Tage gibt es keine), kosten dafür sind 2023 bei 310 Kronen (das sind in etwa 13 Euro).
Welches Fahrrad/Mountainbike für Stoneman Miriquidi?
Gute Frage. Ganz nach deinen Vorlieben, aber technisch ist der Kurs sehr einfach zu fahren. Ein Hardtail Mountainbike ist völlig ausreichend. Aber, ich empfehle, wenn du die Möglichkeit hast, deinen Ausflug mit einem Bikepark zu kombinieren. Zum Beispiel kommst du am Bikepark Klinovec und dem Trailcenter Rabenberg (Achtung, kein Lift vorhanden) vorbei. Den Anreise und/oder Abreise Tag mit etwas Spaß zu verbinden schadet sicher nicht! Ich hatte 2 Bikes mit, mein Scott Scale 900 RC für den Stoneman Miriquidi und mein TREK Fuel EX 9.8 für die Bikeparks Klinovec und Plesivec.
Wie melde ich mich für den Stoneman Miriquidi an?
Das ist einfach. Auf der offiziellen Stoneman Miriquidi Webseite kannst du dein Starterpaket kaufen. Natürlich kann man die Tour auch ohne Paket fahren, jedoch erhältst du dann keine Karte zum Stanzen und keinen Stein zur Erinnerung. Außerdem finanzierst du mit deinem kleinen Beitrag (ab 19 Euro geht es los) die Streckenerhaltung (Beschilderung, Ausweichrouten, etc.), alleine dafür lohnt es sich etwas Geld da zu lassen. Dein Paket bekommst du dann am Anreisetag in deinem Hotel (wenn du eines der Partnerhotels buchst, mehr dazu gibt es später). Seit 2023 gibt es auch das digitale Starterpaket um 15 Euro. Hier geht es zur Stoneman Miriquidi Anmeldung.
Welche Vorbereitung ist für den Stoneman Miriquidi erforderlich?
Für jede Tour muss man sich entsprechend vorbereiten. Ich sag immer, je besser du dich auf eine Tour vorbereitest, um so besser kannst du sie genießen. Richte dich nach den zu fahrenden Tageskilometern und Tageshöhenmetern und Anzahl der Etappen. Wenn du Silber fährst, dann hast du 2 Tourtage zu je 80km und 2200hm. Du solltest also schon Tagestouren mit mehr als 2000hm gemacht haben und wissen wie sich dein Hinterteil nach 80km im Sattel anfühlt. Wenn beides für dich kein Problem darstellst, dann ab zur Silber-Fahrt. Sollte sich das zu anstrengend anhören, dann greif doch lieber zur Bronze Option (3 Tagesetappen).
Etappe 1: Oberwiesenthal – Rabenberg (86km, 2300hm)
Wir fahren, wie bereits erwähnt, den Miriquidi in 2 Tagesetappen und starten den ersten Tag in Oberwiesenthal wo wir am Vortag angereist sind.

Oberwiesenthal ist bekannt als Wintersport- aber auch als Kurort und ist die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Der Fichtelberg, der Hausberg von Oberwiesenthal, ist für den Wintersport hervorragend erschlossen. Es gibt hier eine Sprungschanze, Rodelbahnen und Gondeln, die im Winter Sportler und im Sommer Touristen auf den 1215m hohen Berg bringen.
Gemütlich gegen 9 Uhr morgens, brechen wir auf! Die Nächtigung und das reichhaltige Frühstück im Best Western AHORN Hotel Oberwiesenthal kann ich absolut empfehlen. Dazu kommt noch, dass das AHORN Hotel ein Partner von Stoneman ist, somit bekommt man direkt an der Rezeption sein Starterpaket (und auch seine Trophäe wenn alles vorbei ist!). Über Booking.com ist das Hotel kostenlos stornierbar, also bleibt man bei Schlechtwetter sehr flexibel.
Checkpoint 1: Fichtelberg
Wir entschließen uns den Fichtelberg gleich als ersten Checkpoint abzuarbeiten (und nicht als letzten am zweiten Tag), da die Wettervorhersage für den zweiten Etappentag nicht besonders ist. Der Fichtelberg wird über eine, zum Teil steile, Naturrodelbahn in Angriff genommen. Kurze steile Anstiege bringen dich zügig zum ersten Checkpoint am Fichtelberg.
Der Fichtelberg ist unser erster Checkpoint, es ist jetzt 8:30 Uhr morgens und wir liegen gut in der Zeit.
Checkpoint 2: Bärenstein
Die nächste Station ist der Bärenstein mit knapp 900m Seehöhe. Nachdem an diesem Samstag morgen eine Treibjagd im Sachsenforst am Programm steht, müssen wir die Route geringfügig ändern. Das Stoneman Team hat uns darüber in Kenntnis gesetzt, wir erhalten die aktualisierten GPX Daten und umfahren die Sperre ohne Probleme. Danach mündet der flache Teil der Teilstrecke bei der Talsperre Cranzahl bevor es in den kurzen Anstieg auf den Bärenstein geht. Alles Güterweg und Straße, also keine technische Herausforderung.
Am Bärenstein machen wir unsere erste kleine Rast und essen eine Banane. Für diejenigen die gerne Einkehren – am Bärenstein befindet sich das gleichnamige Berghotel mit warmer Küche.
Checkpoint 3: Pöhlberg
Wir lassen aber den 2ten Checkpoint hinter uns und radeln locker wieder herunter, bei der Talsperre Cranzahl vorbei, nach Königswalde. Wir staunen über die gepflegten Vorgärten, Gartenzwerge und freundlichen Menschen in diesem Städtchen. Doch das entspannte Radeln währt nur kurz, der Anstieg auf den Pöhlberg – wo sich der nächste Checkpoint befindet – sollte sich als größte (aber wieder nur kurze) Herausforderung des Stoneman Miriquidi’s herausstellen. Es geht nämlich eine alte 1500m lange Rodelbahn rauf – und die hat es wirklich in sich! Wer es hier im Sattel rauf schafft hat mit Sicherheit ausreichend Schmalz für den Rest der Tour.
Die Abfahrt vom Pöhlberg ist eher langweilig auf Asphalt. Wenn ich nochmals in die Gegend komme, werde ich den Asphalt hoch kurbeln und mich dann bergab auf die alte Rodelbahn stürzen – ich bin mir sicher das macht mehr Spaß.
Checkpoint 4: Scheibenberg
Unser nächstes Ziel heißt Scheibenberg. Nicht der gleichnamige Ort, sondern der 810m hohe Berg neben dem Örtchen Scheibenberg. Wir erreichen den Scheibenberg nach einer, wie bereits erwähnt, eher langweiligen Abfahrt ins Örtchen Sehma. Danach geht es auf und ab auf schönen Feldwegen mit toller Aussicht. Die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen gerade die dicken Wolken und beleuchten die nassen Wiesen und Felder – es entsteht eine sehr ansprechende Wolken-Stimmung bevor es runter Richtung Crottendorf geht. Dieser Ort empfängt uns gleich mit einer lebensgroßen Stoneman Trophäe, das motiviert für die zweite Tageshälfte. Gleich nach Crottendorf beginnt der (wieder ca. 150hm kurze) Anstieg auf den Scheibenberg. Wir durchqueren einen schönen Wald, der Anstieg ist angenehm zu fahren. Am Scheibenberg angekommen, begrüßt uns wieder einmal ein Aussichtsturm und ein Gasthaus. Und zwar das Bürger- und Berggasthaus Scheibenberg. Wir kehren ein und essen eine wärmende Pilzsuppe – eine völlig ausreichende Zwischenmahlzeit.
Checkpoint 5: Rabenberg
Langsam aber doch, werden die Beine schwerer. Wir haben bereits über 1500hm abgekurbelt und freuen uns eigentlich schon auf das Finale der ersten Etappe, den Rabenberg. Seit 2023 gibt es einen neuen Checkpoint, das Oberbecken Markersbach. Dabei handelt es sich um ein Ober/Unterbecken Pumpkraftwerk. Zunächst kommt man am idyllischen Unterbecken vorbei bevor es in einen ca. 250hm langen Anstieg über Forstwege zum Oberbecken Markersbach geht. Hier spuckt uns der Wald direkt an der Dammmauer des Oberbeckens aus, die mit tausenden PV Solar Paneelen bestückt ist. Wir kommen aus dem staunen garnicht raus, da wir mit soviel “Technologie” an diesem Ort niemals gerechnet hätten.
Nach einer kurzen Rast geht es wieder abwärts, beim Bärskamm (686m) vorbei den Mückenbach entlang nach Pöhla. Ab Pöhla geht es wieder auf Güterwegen aufwärts, bis wir östlich Rittersgrün umfahren und nach einer kurzen Abfahrt die Bundesstraße queren bevor es in den finalen ca 280hm Anstieg geht. In Rittersgrün gibt es noch eine liebevoll gestaltete Jausenstation für durstige Stoneman Fahrer. Ich empfehle jedoch mit dem ersten Bier des Tages noch zu warten.
Der Anstieg stellt sich glücklicherweise als harmloser Forstweg heraus, der sich allerdings über fast 3km erstreckt. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits ca. 2000hm in den Beinen, da wird auch ein leichter Anstieg zum Kriterium. Der letzte Anstieg mündet nicht wie gewohnt auf einem Gipfel-Plateau mit Aussichtsturm, es handelt sich eher um einen Wald der mehrere Gipfel wie den Fritzschberg und den Rabenberg auf der Deutschen Seite, sowie den Kravihora und den Piskova Skala auf der Tschechischen Seite umsäumt. In der Mitte dieses Plateaus befindet sich die Himmelswiese mit dem historischen Grenzbalken.
Es geht dann gemütlich und halbwegs flach weiter. Es gibt viele kleine Waldwege und Trails die man hier entdecken kann. Unsere Unterkunft am Rabenberg erreicht man entweder klassisch über den Forstweg, oder über einen der vielen Trails, ich empfehle hier entweder den Final Flow Trail, oder den Summit Trail zu nehmen. Aber nicht vergessen dem Weg zum Sportpark zu folgen, da du sonst wieder rauf kurbeln musst.
Wir haben uns in den Sportpark Rabenberg eingemietet. Es handelt sich hierbei um ein großes Sportcenter mit Hallenbad, Kletterhalle und vielem mehr. Es scheint als würden Schüler ihre Schulsportwochen hier verbringen. Die Zimmer sind sehr klein, und in die Jahre gekommen. Dafür ist es günstig und das Frühstück ist wirklich reichhaltig.
Wem das Trailcenter Hotel zu jugendherbergig ist, kann auch den Trail Richtung Erlabrunn fertig fahren und dort im Wohnpark Erlabrunn (Apartment) oder im Hotel Alte Schleiferei (gehoben & teuer) Quartier beziehen. Ich empfehle die Unterkunft im Sportpark Rabenberg, nicht weil es so perfekt ist, aber weil es nicht viele Möglichkeiten gibt, und diese auf jeden Fall ausreichend für uns war.
Etappe 2: vom Sportpark Rabenberg nach Oberwiesenthal (77km, 2100hm)
Nach einer erholsamen Nacht, geht es für uns früh morgens los zum reichhaltigen Frühstück. Wir starten bereits um kurz nach 7:00 da der Wetterbericht für diesen Tag ab Mittag starken regen vorhersagt. Aus diesem Grund, versuchen wir zügig unser Etappenziel Oberwiesenthal zu erreichen.

Am zweiten Tag geht es meist auf der tschechischen Seite des Erzgebirges wieder zurück in den Sachsenforst. Insgesamt gilt es ca. 2100hm und 77km zu bewältigen.
Checkpoint 6: Auersberg
Der Tag beginnt mit einem der vielen Trails im Rabenberger Bikepark. Der Bikepark (ohne Liftunterstützung), erstreckt sich über den gesamten Rabenberg. Man kann auf jeder Seite, in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden die knapp 300hm absolvieren. Alle Infos dazu findest du auf der offiziellen Webseite von den Rabenberg Trails. Wir wählen die Kombination “Flowing Ten”, “Kyril Trail” und “Garage Trail”, der uns schließlich direkt in Erlabrunn ausspuckt. Wir queren die Hauptstraße und tauchen gleich wieder in den Wald ein, diesmal allerdings auf Forstwegen. Die angenehmen Anstiege führen uns beim Riesenberg (923m) vorbei und bringen uns direkt zu unserem nächsten Checkpoint, dem Auersberg. Dieser ist natürlich wieder mit Berggasthof und Aussichtsturm ausgestattet. Zusätzlich befindet sich auf dem Auersberg eine riesige Senderanlage (vermutlich aus der Zeit des kalten Krieges). Es ist an diesem Tag sehr stürmisch und kalt am Berg (1018m) und wir halten nur kurz um den Checkpoint zu stanzen. Schnell fahren wir wieder abwärts Richtung Johanngeorgenstadt wo sich auch die tschechische Grenze befindet.
Checkpoint 7: Blatensky vrch
Vom Auersberg geht es zügig bergab. Nur ein kleiner 100hm Gegenanstieg nach der Querung einer Bundesstraße unterbricht die Abfahrt. Es geht hier durch sehr schönes und teilweise unberührtes Waldgebiet. Dort queren wir auch den Kleinen Kranichsee, ein “Butterwegmoor” und Naturschutzgebiet. Das Hänselhaus, das Gasthaus beim Moor, bietet sich perfekt für eine Mittagspause an. Nachdem wir es an diesem Tag etwas eilig haben, bewundern wir nur kurz dieses Naturschutzgebiet und beenden die Abfahrt mit dem Eintreffen in der Grenzstadt Johanngeorgenstadt.
Die Hauptstraße ist gesäumt von Ständen und kleinen Geschäften. Hier kann man bummeln und so ziemlich alles kaufen – wenn man Zeit hat. Wir geben weiter Gas und verlassen die Stadt Richtung Osten um den Blatensky vrch (1043m) zügig zu erreichen.
Es geht nun ein paar Kilometer dem Schwarzwasser flussaufwärts entlang. Spätestens jetzt sieht man sehr gut, dass man sich im Erzgebirge befindet, das Wasser ist tiefbraun und lässt keinen Zweifel auf den Eisen-Reichtum der Berge offen.
Nachdem wir das Schwarzwasser über eine kleine Brücke queren, wird der Weg etwas steiler, aber dennoch gut befahrbar. Nach 2km erreichen wir den Gipfel der ebenfalls einen Aussichtsturm, eine kleine Imbiss-Bude und den Miriquidi Checkpoint beherbergt.
Checkpoint 8 Plesivec
Der nächste Checkepoint ist der Gipfel eines kleinen, aber feinen Bikeparks. Wir besuchen den Bikepark Plesivec am Tag darauf – an unserem Abreisetag.
Das angenehme an dem Weg vom Blatensky vrch zum Plesivec ist, dass man in etwa auf einer Höhe von 800m bleibt. Somit ist der Plesivec keine große Hürde. Wir radeln gemütlich durch das Hochland und bewundern die schöne Natur. Einzig die Wolken werden immer dichter und senken sich in eine Höhe von ca. 1000m. Nach nur 45 Minuten erreichen wir, nachdem wir das kleine tschechische Dorf Abertamy queren, den nächsten Checkpoint, den Plesivec auf 1030m. Das Wetter wird immer unangenehmer, stürmischer, kalter Nieselregen setzt ein.
Checkpoint 9 Klinovec
Der Klinovec ist mit seinen 1244m nicht nur der höchste Checkpoint, sondern auch der letzte auf unserer Tour. Wir haben den Bikepark Klinovec bereits am Anreisetag besucht und kennen die Trails bereits recht gut – hier findest du einen Bericht zum Bikepark Klinovec.
Für die Abfahrt vom Plesivec entscheiden wir uns für den blauen Trail namens Helene – die Sicherheitsvariante, da es bereits feucht war und der rote Niki Trail bereits wurzelige Passagen aufweist.
Wir verlassen den Helene Trail nach ca. der Hälfte und biegen links in eine kreuzende Forststraße ab. Pünktlich gegen 11:30 Uhr beginnt es, wie vorhergesagt, immer stärker zu regnen. Von hier, rollte es sich angenehm ca. 7km abwärts, zunächst auf Forstwegen, dann auf Asphalt. Den 250m Anstieg auf den Cimicky vrch (934m) teilen wir in 2 Hälften und kehren in Marianska, einem kleinen tschechischen Dorf, ein. In einem kleinen Gasthaus, wärmen wir uns bei Holzofen und warmer Suppe für den letzten Anstieg auf.
Nach gut einer Stunde brechen wir von Marianska auf und finalisieren den Anstieg auf den Cimicky. Zunächst folgend wir noch kurz der Bundesstraße bevor es über eine Wiese in einen dichten Wald geht. Die Abfahrt in den Ort Jachymov erfolgt über den gatschigen Waldboden eines wunderschönen Waldweges. 1-2 technische Stellen sind hier dabei, die rutschigen Wurzeln machen die Abfahrt zur Herausforderung (trocken wäre auch hier alles kein Problem).
Nun folgt der letzte 11km lange Anstieg auf den Klinovec. Im teilweise starken Regen, geht es zunächst auf Asphalt aus Jachymov Richtung Nord-Ost. Bald mündet die Straße in einen Forstweg auf dem es dann bis zum Gipfel weiter geht. Es gibt immer wieder Unterstände mit Bänken und Tischen auf dem Weg (nicht nur auf diesem Teil der Strecke, vor allem auf tschechischer Seite gibt es Unmengen an Pausenplätzen). Wir machen zwischendurch eine Rast – die Batterien werden langsam leer, die kälte zieht in die Knochen und die Motivation lässt nach. Dennoch erreichen wir ca. eine Stunde nach der Durchfahrt Jachymov unseren letzten Checkpoint des Tages, den Gipfel vom Klinovec, der gleichzeitig der Ausgangspunkt von den 4 Trails des Bikeparks Klinovec ist. Geschafft (fast)!
Jetzt fehlt nur noch die Abfahrt nach Oberwiesenthal. Was einfach und gemütlich klingt, stellt sich als frostige, regnerische, windige, kurz: echt scheußliche Abfahrt heraus. So kalt wie an diesem Nachmittag war mir schon lange nicht mehr. Im Ahorn Hotel flüchten wir sofort in die Sauna. Danach geht es ans reichhaltige Abendbuffet und Live-Musik an der Hotelbar – ein netter Ausklang unserer Reise! Unsere Erinnerung, den silberenen Stoneman-Stein, erhalten wir direkt an der Rezeption des Stoneman Partnerhotels.
Zusammenfassung Stoneman Miriquidi in 2 Tagen (silber)
Zunächst mal zum Organisatorischen:
- Autobahn Vignette für Tschechien kaufen
- Stoneman Starterpaket buchen
- Partnerhotel Ahorn in Oberwiesenthal buchen (erste und dritte Nacht)
- Partnerhotel Sportpark Regenberg buchen
Der Miriquidi hat keine größeren technischen Herausforderungen zu bieten. Man kurbelt schön seine Höhenmeter runter, ohne Gefahr zu laufen in einen alpinen Schneesturm zu kommen. Du fährst niemals so abgelegen dass du ernsthafte Witterungsprobleme bekommen könntest (es gibt immer eine Einkehr-Möglichkeit). Landschaftlich ist das ganze dem Alpenvorland sehr ähnlich, wobei die tschechischen Wälder um vieles unberührter sind als sonst wo. Die Menschen in der Region sind sehr freundlich und helfen gerne weiter. Vor allem den Wirt in dem tschechischen Wirtshaus Krmelec pod Vlčím Hřbetem in Mariansaka möchte ich hervorheben. Er hat uns alles kosten lassen bevor wir bestellten – dafür dass er kein Wort Deutsch spricht (und wir keines auf Tschechisch), hat alles wirklich herzlich und toll geklappt!
Ich kann diese Reise durchaus empfehlen – besonders wenn man das ganze mit Bikeparks in der Nähe kombiniert. Ich persönlich denke, dass sich dieser Trip am besten für die Nach- oder Vorsaison eignet. Maximale Höhe sind ca. 1200m, somit von April bis November durchaus befahrbar.
Ich hoffe, dass dir meine Tour-Beschreibung geholfen hat und dir die Entscheidung und Planung erleichtert! Ich freue mich über Shares, Likes und dein persönliches Kommentar!
GPX Download Stoneman Miriquidi
Hier findest du die GPX Daten zu unserer Tour, das entspricht 1:1 der offiziellen Stoneman Miriquidi Strecke 2022. Wir sind nur zwischen Fichtelberg und Bärenstein wegen einer Treibjagd eine kleine Umleitung gefahren. Viel Spaß!


































































schönes Erlebnis & ein schöner Bericht!
Die Auffahrt auf den Phölberg die Straße aufwärts nehmen, ist ein guter Tipp!
Hallo René, freut mich dass mein Reisebericht hilfreich war! Liebe Grüße Klaus!
Hi, bin den Stoneman jetzt auch gefahren.
Hab das Bike die Bobbahn ab der Hälfe geschoben (-;
Grüße
René