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Lesezeit: ca. 9 Minuten

Tourdaten im Überblick

  • Region: Gasteinertal
  • Land: Österreich
  • Distanz: 38 km
  • Höhenmeter: 1768 hm
  • Schwierigkeit: Mittel

Bike & Hike zur Gadauner Alm und weiter auf den Kalkbretterkopf

Die Tour zur Gadauner Alm und weiter auf den Kalkbretterkopf war für mich eine dieser Runden, die lange in Erinnerung bleiben. Ich war mit Markus unterwegs und wir starteten in Bad Gastein zu einem einsamen Bike-&-Hike-Tag im Gasteinertal. Mit 38 Kilometern und 1768 Höhenmetern ist das Vorhaben nicht zu unterschätzen, sondern eine fordernde Unternehmung, bei der ich mir die Kräfte gut einteilen musste. Gerade die Mischung aus langer MTB-Auffahrt und stillem Gipfelanstieg hat für mich den Reiz dieser Tour ausgemacht.

Diesmal wollte ich die Höhe möglichst gut halten und nahm deshalb gleich zu Beginn die Erzherzog-Johann-Promenade. Von dort folgte ich der beschilderten MTB-Strecke durch das Angertal. Der Anstieg ist technisch nicht schwer, aber konditionell anspruchsvoll. „Kehren“ – also enge Kurven in steilem Gelände – spielen später noch eine wichtige Rolle. Ich fand die Route abwechslungsreich, weil sie zunächst angenehm anrollt und dann Schritt für Schritt immer ernster wird.

Tour auf einen Blick

  • Titel: Bike & Hike über die Gadauner Hochalm auf den Kalkbretterkopf
  • Region: Gasteinertal
  • Land: Österreich
  • Tourtyp: Bike & Hike
  • Distanz: 38 km
  • Höhenmeter: 1768 hm
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Start: Bad Gastein
  • Zielgipfel: Kalkbretterkopf

Von Bad Gastein über die Gadauner Alm zum Kalkbretterkopf

Ich startete in Bad Gastein und rollte gemeinsam mit Markus zunächst auf der Erzherzog-Johann-Promenade an. Das war für mich ein guter Beginn, weil ich so nicht gleich unnötig Höhenmeter verschenkte. Danach folgte ich der markierten MTB-Strecke durch das Angertal. Dort ging es am neuen Schizentrum vorbei, später an der Hirschenhütte (Jausenstation) und am Goldwaschplatz. Bis zur Angerhütte, die nicht bewirtschaftet ist, lief alles noch recht kontrolliert. Ich konnte einen Rhythmus finden und hatte das Gefühl, dass der eigentliche Kraftakt erst noch bevorstand.

Ab der Angerhütte änderte sich der Charakter der Tour deutlich. Hier fing ich an, richtig Höhenmeter zu machen und zwar ordentlich. Der lange Anstieg hinauf zur Gadauner Alm beziehungsweise zur Gadauner Hochalm zog mir früh die Körner aus den Beinen. Vor allem die erste lange steile Gerade war für mich zermürbend und kam mir beinahe endlos vor. Ich musste mich voll auf einen gleichmäßigen Tritt konzentrieren. Solche Rampen sind fahrtechnisch oft einfacher als mental, weil ich den Fortschritt nur langsam spüre und jeder Blick nach oben neue Meter offenbart.

Nach diesem schweren Stück wurde die Auffahrt etwas rhythmischer. Kehre für Kehre arbeitete ich mich höher, bis ich ungefähr 1850 Meter erreichte. Aus einer offiziellen Beschreibung wusste ich, dass es oberhalb des steilsten Abschnitts einen Trinkwasserbrunnen gibt und danach nur noch wenige Serpentinen über der Baumgrenze folgen. Das passte für mich gut zum Eindruck dieses oberen Bereichs: noch immer anstrengend, aber offener und landschaftlich immer großartiger. Das Almgebiet wirkt weitläufig und fast wie ein kleines Almdorf, was der Hochfläche dort oben einen besonderen Charakter gibt.

An der Feldinghütte stellte ich schließlich das Bike ab. Ich war komplett durchgeschwitzt, und genau deshalb blieb mir dieser Stopp so positiv in Erinnerung. Die freundliche Wirtin erlaubte mir, meine nassen Sachen zum Trocknen über den Ofen zu hängen. Ich zog mich um, machte Stöcke und Hikingschuhe fertig und war froh, dass ich meine neuen Schuhe wieder im Einsatz hatte. Für genau so eine Tour, bei der nach der Auffahrt noch ein längerer Fußanstieg folgt, ist passendes Schuhwerk für mich Gold wert. Meine Schuhe kamen hier wieder zum Zug: Brooks Herren Cascadia 20 Trail Running Schuh.

Von der Feldinghütte ging es zu Fuß weiter auf den Kalkbretterkopf. Im Vergleich zu vielen bekannteren Gipfeln war es hier erstaunlich still. Ich war mit Markus in dem Gebiet alleine unterwegs, und genau das machte die Atmosphäre für mich so besonders. Nur wenige scheinen dieses Gebiet wirklich zu kennen. Der Weg ist markiert und führt über die Stanzscharte weiter entlang des Grats zum Gipfel. Gleichzeitig schreckt die teilweise mit T5 bewertete Passage manche ab. T5 steht bei der alpinen Wanderskala für sehr anspruchsvolles Gelände, in dem ich trittsicher, konzentriert und an einzelnen Stellen auch wirklich aufmerksam sein muss.

Zunächst machte ich eher unspektakuläre Höhenmeter bis zur Stanzscharte. Dieser Teil fühlte sich im Vergleich zur späteren Gratpassage ein wenig eintönig an, aber er war wichtig, um den Gipfelaufbau zu erreichen. Ab der Scharte wurde es dafür sofort aussichtsreich. Ich blickte gleichzeitig ins Gasteinertal und ins Rauriser Tal, und genau hier kippte die Tour für mich endgültig in den Genussmodus. Von diesem Punkt an bewegte ich mich über den Grat weiter zum Kalkbretterkopf. Die Linie war logisch, auch wenn ich den Weg manchmal kurz verlor.

Das kurze Verlieren der Spur störte mich hier kaum, weil der Anstieg über gemütliche Wiesen verlief. Ich musste nicht in heiklem Fels herumtasten, sondern konnte entspannt auf Sicht weitergehen. Trotzdem blieb ich aufmerksam, gerade weil Gratgelände schnell unterschätzt wird. Für mich war das ein schöner Kontrast zur harten Auffahrt mit dem MTB: Unten hatte ich gegen Steigung und Schweiß gearbeitet, oben bewegte ich mich in offenem Gelände mit viel Ruhe und großem Panorama. Diese Kombination macht Bike & Hike in Gastein für mich so reizvoll. Wer solche Übergänge mag, findet vielleicht auch meinen Bericht zum Bike & Hike zum Feuersang spannend.

Am Gipfel nahm ich mir Zeit für eine kurze Rast. Die Aussicht war für mich grandios, eine echte 360-Grad-Szenerie. Ich genoss mein Gipfelbier und ließ die Einsamkeit auf mich wirken. Gerade weil hier so wenig los war, fühlte sich der Gipfel besonders intensiv an. Ich hatte nicht das Gefühl, auf einem schnell abgehakten Ziel zu stehen, sondern auf einem Platz, den ich mir ehrlich erarbeitet hatte. Für mich ist der Kalkbretterkopf deshalb mehr als nur ein Nebengipfel über der Gadauner Alm – er ist ein stilles Highlight im Gasteinertal.

Der Abstieg auf der anderen Seite war dann deutlich ruppiger. Das Gelände wurde bockiger, felsiger und in zwei bis drei Schlüsselstellen nochmals ernst. Mit „Schlüsselstellen“ meine ich die schwierigsten kurzen Passagen einer Route, an denen ich besonders aufmerksam sein musste. Diese Stellen waren im Bereich T5 einzuordnen und verlangten mir saubere Konzentration ab. Ansonsten empfand ich den Rückweg aber nicht als problematisch. Ich musste nur wach bleiben, sauber steigen und meine Schritte bewusst setzen. In solchem Gelände helfen mir Stöcke vor allem für Rhythmus und Stabilität.

Besonders eindrucksvoll war für mich, dass ein Steinadler-Pärchen unseren Abstieg immer wieder beobachtete. Solche Begegnungen lassen sich nicht planen und genau deshalb bleiben sie hängen. Dazu kam der schöne Blick auf den Ecklgrubensee, der dem Rückweg noch einmal einen starken landschaftlichen Akzent gab. Ich mag solche Momente, in denen eine Tour nicht nur aus Leistung besteht, sondern aus stillen Beobachtungen und weiten Blicken. Gerade auf einsamen Unternehmungen wie dieser nehme ich die Umgebung oft viel intensiver wahr als auf bekannteren Routen.

Zurück an der Feldinghütte ließ ich den Tag mit einer schönen Jause ausklingen. Nach dem langen Anstieg und dem Gipfel war das genau der richtige Abschluss, bevor ich mich wieder aufs Bike setzte. Wer in Bad Gastein übernachten möchte, findet mit dem Hotel Krone Bad Gastein eine passende Basis direkt im Ort. Für mich fühlte sich die Einkehr jedenfalls verdient an, weil der schwierigste Teil hinter mir lag und nur noch der Rückweg wartete.

Mit dem Mountainbike fuhr ich anschließend auf demselben Weg zurück. Das machte die Orientierung einfach, und es warteten nur noch wenige Gegenanstiege, die ich zurückkämpfen musste. Trotz der bekannten Strecke war die Rückfahrt nicht langweilig, denn nach so einem Gipfelgang verändert sich mein Blick auf die Landschaft oft noch einmal. Ich rollte entspannter talwärts, spürte aber natürlich die vielen Höhenmeter in den Beinen. Die Tour blieb bis zum Schluss fordernd, ohne mir den Spaß zu nehmen.

Für mich war das ein wunderschöner, einsamer Ausflug mit großartiger Rundumsicht und einem fast geheimen Charakter. Gerade weil es dort so still ist, halte ich einen Biwaksack für keine schlechte Idee. In einsamen Berggebieten kann das im Notfall wertvolle zusätzliche Wärme bringen, falls ich ungeplant länger draußen bleiben muss. Wenn ich für solche Touren vorsorge, denke ich an einen Biwaksack. Für mich bleibt die Runde zur Gadauner Alm und auf den Kalkbretterkopf eine der stilleren, aber eindrucksvolleren Bike-&-Hike-Touren in Gastein.

FAQ

Wie anspruchsvoll ist die Tour zur Gadauner Alm und auf den Kalkbretterkopf?

Ich empfand die Tour insgesamt als mittelschwer mit klar fordernden Passagen. Die MTB-Auffahrt ist konditionell hart, vor allem oberhalb der Angerhütte. Der Fußanstieg enthält teils anspruchsvolle Abschnitte bis T5, also sehr steiles und stellenweise heikles Wanderterrain. Ich würde die Runde nur mit guter Kondition, Trittsicherheit und alpiner Erfahrung angehen.

Wo beginnt die Tour und wie verläuft die Auffahrt mit dem mtb?

Ich startete in Bad Gastein und nahm zuerst die Erzherzog-Johann-Promenade. Danach folgte ich der beschilderten MTB-Strecke durch das Angertal, vorbei am Schizentrum, an der Hirschenhütte, am Goldwaschplatz und an der Angerhütte. Ab dort wurde die Auffahrt deutlich steiler und führte in Kehren hinauf Richtung Feldinghütte und Gadauner Hochalm.

Was sollte ich für diese Bike-&-Hike-Tour besonders beachten?

Ich würde genug Reserven für die lange Auffahrt einplanen und für den Hike-Teil unbedingt passendes Schuhwerk mitnehmen. Auf den T5-Stellen am Rückweg ist volle Aufmerksamkeit nötig. Weil die Gegend sehr einsam ist, halte ich eine vorsichtige Sicherheitsplanung für wichtig. Genau deshalb finde ich auch zusätzliche Notfallausrüstung wie einen Biwaksack auf so einer Tour sinnvoll.

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