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Tourdaten im Überblick
- Region: Steiermark
- Land: Österreich
- Distanz: 38.3 km
- Höhenmeter: 1653 hm
- Fahrzeit: 8h
- Schwierigkeit: Leicht
Bike & Hike: Schneealm & Windberg
Diese MTB-Rundtour in der Steiermark hat mich mit einer seltenen Mischung aus langer Schotterauffahrt, weitem Almgelände und einem kurzen Gipfelanstieg zu Fuß überrascht. Ich bin früh morgens von Wien nach Kapellen gestartet, mit rund 1:20 Stunden Fahrzeit per Auto und ausreichend Parkplätzen vor Ort. Von dort wartet eine 38,3 Kilometer lange Runde mit 1653 Höhenmetern und etwa 8 Stunden Geh- und Fahrzeit, bei der sich Rad- und Gehpassagen sehr stimmig ergänzen.
Besonders hilfreich fand ich den klaren Aufbau der Route: erst locker einrollen, dann stetig Höhe machen, später die Räder stehen lassen und den Windberg zu Fuß mitnehmen. Genau diese Verbindung aus Bike und Hike macht die Tour für mich so erfüllend (es gibt ja nichts schöneres als auf einem Gipfel zu stehen ;-)). Wer die Schneealm noch nicht kennt, erlebt hier eine weitläufige Hochfläche, die in offiziellen Beschreibungen auch für ihre Karstlandschaft bekannt ist. Karst bedeutet vereinfacht gesagt eine von Kalk geprägte Landschaft mit typischen Formen im Boden und an den Felsen.
Tour auf einen Blick
- Region: Steiermark, Österreich
- Tourtyp: Rundtour MTB
- Start: Kapellen
- Distanz: 38,3 km
- Höhenmeter: 1653 hm
- Fahrzeit: 8 h
- Schwierigkeit: Leicht
- Track: Neuberg an der Mürz Multisport
- GPX-Hinweis: Hauptrichtung Südwest, 1 Track mit 11310 Punkten
Mit dem Bike auf die Schneealm, zu Fuß auf den Windberg
Ich starte in Kapellen und rolle mich zunächst kurz auf Asphalt nach Norden ein. Dieser erste Abschnitt ist ideal, um ruhig in den Tag zu finden und die Beine an die lange Runde zu gewöhnen. Vor Affenberg an der Rax biege ich links ab Richtung „Auf der Öd“. Ab dort wird der Untergrund geschottert, bleibt aber angenehm zu fahren. Schotter heißt hier kein grobes Geröll, sondern überwiegend ein fester Fahrweg, auf dem ich gut meinen Rhythmus finde.
Der Weg mündet auf etwa 1100 Höhenmetern in die Mautstraße, die ebenfalls geschottert ist. Von hier folgen fünf Serpentinen bis zum Parkplatz auf rund 1400 Höhenmetern. Serpentinen sind enge Kehren, die den Anstieg in Schleifen nach oben führen. Ich finde diesen Abschnitt trotz der Länge gut fahrbar, weil die Strecke sehr gleichmäßig ansteigt. Gleichzeitig wird klar, dass man hier Höhenmeter nicht geschenkt bekommt.
Am Parkplatz endet der Autoverkehr, weiter geht es nur noch ohne Autos. Für mich verbessert das die Stimmung sofort, weil die Tour ab hier noch ruhiger wirkt. Ich fahre weiter bergauf, stetig steiler werdend, aber weiterhin auf gutem Schotter. Bis auf etwa 1700 Höhenmeter ist das ein ehrlicher Anstieg, der Konzentration verlangt, ohne technisch kompliziert zu werden. Gerade das macht die Runde gut planbar: konditionell fordernd, aber vom Fahrgefühl übersichtlich.
Dann kommt der Moment, auf den ich gehofft habe: Plötzlich öffnet sich die Almwelt. Nach dem langen Anstieg wirkt das Gelände weit, offen und fast großzügig. Ich radele mit leichtem Auf und Ab durch diese Landschaft weiter zur Michlbauerhütte. Dieser Wechsel von konsequenter Auffahrt zu freier Hochalm fühlt sich für mich wie die eigentliche Belohnung der Tour an. Die Schneealm wird in regionalen Tourenbeschreibungen nicht umsonst für ihre weiten Almböden hervorgehoben.
An der Michlbauerhütte lassen wir die Räder stehen und wechseln zum Hike-Teil. Der Windberg ist 1903 Meter hoch und von hier aus in etwa 30 Minuten erreichbar. Für mich ist das ein schöner, kurzer Zusatz, der die Tour abrundet, ohne sie unnötig zu verkomplizieren. Der Aufstieg ist leicht, und genau deshalb passt er auch gut in einen langen MTB-Tag hinein. Oben genieße ich die Aussicht, bevor wir über einen anderen Weg wieder absteigen und dabei am Gipfel des Hohen Klapf vorbeikommen.
Diese Kombination aus Rad und kurzem Gipfelgang empfinde ich als große Stärke der Tour. Ich muss kein komplettes alpines Zusatzprogramm planen, bekomme aber trotzdem einen markanten Gipfel mit Aussicht dazu. Wer solche Tage mag, sollte ausreichend, aber nicht überladen packen. Für diese Runde reicht aus meiner Sicht ein kompakter 12-Liter-Fahrradrucksack gut aus. Wenn ich generell für Tagestouren plane, hilft mir auch oft diese Checkliste für die Mountainbike-Tagestour.
Nach dem Abstieg steige ich wieder aufs Rad und fahre weiter durch die weitläufige Almengegend. Das Gelände bleibt abwechslungsreich, ohne hektisch zu wirken. Genau hier spielt die Tour ihren besonderen Charakter aus: keine reine Auffahrtsrunde, sondern ein Tag, der nach dem Höhepunkt am Windberg noch weiterlebt. Ich bewege mich bis zum nördlichsten Punkt der Runde, zur Lurgbauerhütte. Dort kehren viele Gäste ein, die Hütte ist für ihre eigene Käseerzeugung und die gute Küche bekannt.
Ich finde, eine Einkehr passt hier perfekt hinein, weil der Tag lang ist und die Strecke nicht nur aus Abfahrt besteht. Gleichzeitig bleibt die Runde übersichtlich, denn von der Lurgbauerhütte aus folgt im Wesentlichen der Rückweg. Wer auf langen Schottertouren viel trinkt, sollte die Flasche nicht ewig verwenden. Ein guter Freund hat mich daran erinnert, die Trinkflasche einmal pro Saison zu tauschen. Diese neue Trinkflasche ist eine praktische Kleinigkeit (2 Stück zu einem super Preis) die nicht stinkt und gut in der Hand liegt.
Die Rückfahrt führt über die gesamte Mautstraße hinunter. Nach dem langen Anstieg am Vormittag ist diese Abfahrt für mich angenehm logisch: einfach rollen lassen. Die Route spuckt mich zwischen Neuberg und Kapellen wieder aus. Dort schließt ein schöner Radweg auf der alten Eisenbahntrasse an. Dieser Abschnitt bringt noch einmal einen ganz anderen Charakter hinein, weil er entspannt ausrollt und den Tourentag sehr rund beendet.
Gerade dieser letzte Teil macht die Runde für mich als Bike-Tag besonders gelungen. Nach Almgelände, Gipfelabstecher und langer Schotterabfahrt muss ich am Ende nicht mehr auf einer unangenehmen Straße heimkämpfen. Stattdessen rolle ich auf dem alten Bahntrassen-Radweg zurück nach Kapellen. Das nimmt Druck aus dem Finish und macht die Tour auch mental leichter, obwohl sie über viele Stunden geht.
Wer den Tag noch entspannt ausklingen lassen will, findet in Kapellen direkt am Radweg das Gleis1, ein Restaurant im alten Bahnhofsgebäude. Dort gibt es tolle Speisen und Getränke sowie eine nette Terrasse. Für mich ist das genau die Art Abschluss, die zu so einer Tour passt. Wer nicht nur für einen Tag in der Region bleibt und noch weitere Unternehmungen plant, kann sich auch in Mürzzuschlag eine Basis suchen, etwa über dieses Hotel in Mürzzuschlag.
Mein Fazit: Die Runde auf Schneealm und Windberg ist für mich ein echter Geheimtipp in der Steiermark. Sie lebt nicht von technischen Trails, sondern von einer sehr stimmigen Dramaturgie: kurzes Einrollen, lange Auffahrt, freies Almgelände, kurzer Gipfelgang, gute Einkehr und entspannte Rückfahrt. Wer bei Mountainbiken nicht nur an schnelle Abfahrten denkt, sondern an einen langen, abwechslungsreichen Bergtag, bekommt hier genau das.
FAQ
Ist die Tour zur Schneealm und auf den Windberg technisch schwierig?
Ich empfinde die Runde technisch eher als gut beherrschbar, weil die Auffahrt großteils über Asphalt und gut fahrbaren Schotter verläuft. Anspruchsvoller ist für mich die Länge mit 38,3 Kilometern, 1653 Höhenmetern und rund 8 Stunden Gesamtzeit. Der kurze Fußanstieg auf den Windberg ist leicht.
Wo beginnt die Rundtour und wie läuft die Auffahrt ab?
Ich starte in Kapellen. Zuerst rolle ich auf Asphalt nach Norden, dann geht es vor Affenberg an der Rax links Richtung „Auf der Öd“. Danach fahre ich auf Schotter weiter, münde auf etwa 1100 Höhenmetern in die Mautstraße und erreiche über fünf Serpentinen den Parkplatz auf rund 1400 Höhenmetern. Ab dort geht es ohne Autos weiter bis ungefähr 1700 Höhenmeter.
Lohnt sich die Tour auch wegen Einkehr und Abschluss?
Ja, für mich auf jeden Fall. Unterwegs ist die Lurgbauerhütte ein wichtiger Anlaufpunkt, auch wegen der eigenen Käseerzeugung und der Küche. Nach der Runde in Kapellen finde ich das Gleis1 im alten Bahnhofsgebäude besonders empfehlenswert, wenn ich den Tag bei Essen, Getränken und auf der Terrasse gemütlich ausklingen lassen möchte.















